Donald Trump vor Gericht:Den "Don" kann er

Donald Trump vor Gericht: Die Stirn zum Keil gekräuselt wie eine Dampframme, der Blick aus Stahl, das Kinn in Angriffsstellung gesenkt: Donald Trump in seiner Selbstinszenierung für das Polizeifoto in Fulton County, Georgia.

Die Stirn zum Keil gekräuselt wie eine Dampframme, der Blick aus Stahl, das Kinn in Angriffsstellung gesenkt: Donald Trump in seiner Selbstinszenierung für das Polizeifoto in Fulton County, Georgia.

(Foto: AFP)

Gerichtsdramen sind Klassiker der amerikanischen Popkultur. Die Staatsanwaltschaft von Georgia will Trump nun mit einem Anti-Mafia-Gesetz verklagen. Wird ihm der Prozess nützen oder schaden?

Von Andrian Kreye

Nun muss Donald Trump also in Georgia vor Gericht. Was für ein Spektakel. Es gibt nur wenige Erzählformen, die dem antiken Epos so nahekommen wie das amerikanische Gerichtsdrama. In keinem anderen Land gibt es das. Das liegt am Rechtssystem, das immer noch auf dem Verfahren des Geschworenengerichts beruht. Das geht aufs antike Griechenland zurück, als die Gerichtsbarkeit das archaische Prinzip der Rache ablöste, so wie es Aischylos in der Orestie beschreibt. Da geht es nicht nur um Paragrafen, Beweise und Zeugen. Kern eines amerikanischen Verfahrens sind die Plädoyers von Anklage und Verteidigung, die Meisterwerke der mündlichen Erzählkunst sind, weil sie eben keine Rechtsprofis wie Richter und Schöffen überzeugen müssen, sondern die Jury der zwölf Geschworenen. Das sind Normalbürger, die entscheiden, ob Angeklagte schuldig sind oder nicht, denn amerikanische Richter legen meist nur Strafmaß und Bewährungen fest.

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