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Documenta:Der Fremdling

Obelisk in Kassel

„Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“ von Olu Oguibe.

(Foto: Swen Pförtner/picture alliance)

Die Stadt Kassel will den Obelisk des Künstlers Olu Oguibe vom Königsplatz an den Holländischen Platz verpflanzen. Das stößt auf Unzufriedenheit.

Er war eines der prominentesten Werke der vergangenen Documenta, doch ob der Obelisk des Künstlers Olu Oguibe weiterhin auf dem Königsplatz in Kassel aufragen wird, steht in Frage. Der Magistrat der Stadt hat angekündigt, das Werk "Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument" nach dem Ankauf abzubauen und einzulagern, um es später am Holländischen Platz aufzustellen. Doch mit einem Umzug ist Olu Oguibe nicht einverstanden: die Betonstele sei ein "ortsspezifisches Werk" für den Königsplatz, schreibt er in einer Erklärung.

Skizzen belegen, dass der Künstler das Bibelzitat "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt", das auf dem Sockel der Skulptur steht, an anderen Orten auf Fassaden gemalt oder - am Hauptbahnhof - als frei schwebende Buchstaben installiert hätte. Der amerikanisch-nigerianische Künstler argumentiert, dass sein Werk in allen Details auf diesen zentralen und repräsentativen Platz abgestimmt sei. Olu Oguibes Skulptur war während der Weltkunstausstellung vor allem von der AfD diffamiert worden. Nachdem der Bürgermeister Christian Geselle einen Ankauf des Werks mit öffentlichen Mitteln ausschloß, sammelten Bürger das Geld, wobei nur 126000 Euro der geforderten 600 000 Euro zusammen kamen, Olu Oguibe zeigte sich aber einverstanden mit der Summe. Dass der Obelisk inzwischen zum Stadtbild gehört, belegt eine Beobachtung des Künstlers: vor Weihnachten hätte es an den Marktständen schon Souvenirs in Form des Obelisken gegeben.