Wie kann man noch miteinander im Gespräch bleiben, wenn selbst das Offensichtliche, das man schmerzhaft am eigenen Leib erlebt, von der anderen Person rundweg geleugnet wird? Dmitrij Kapitelman sitzt gerade in Kiew in einem Bunker, der von den Russen beschossen wird, als ihm seine Mutter eine SMS schickt: Er brauche sich keinerlei Sorgen machen, er könne gar nicht in Gefahr geraten, Russland beschieße „ja ausschließlich militärische Ziele“.
Dmitrij Kapitelman: „Russische Spezialitäten“Mit dem Flixbus ins Kriegsgebiet
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Der Autor Dmitrij Kapitelman ist mit Russisch als Muttersprache aufgewachsen: „Ich trage eine Sprache wie ein Verbrechen in mir und liebe sie doch, bei aller Schuld.“
Paula WinklerDer ukrainisch-deutsche Autor Dmitrij Kapitelman schreibt in seinem Roman „Russische Spezialitäten“ traurigschön über den Versuch, mit seiner putintreuen Mutter in Kontakt zu bleiben.
Von Alex Rühle
