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Folge von Corona-Krise:Disney veröffentlicht "Mulan" bei eigenem Streamingportal

Etwa 200 Millionen US-Dollar hat die Realverfilmung des Märchens "Mulan" mit Liu Yifei in der Hauptrolle Disney gekostet.

(Foto: AP)

Zuvor war der Kinostart wegen der Corona-Pandemie mehrmals verschoben worden - für knapp 30 Dollar ist die Neuverfilmung nun ab September von zu Hause aus abrufbar. Disneys krisenbedingter Verlust ist immens.

Das Disney-Märchen "Mulan", dessen Kinostart wegen der Corona-Pandemie mehrfach verschoben worden war, soll nun statt auf der Leinwand beim Streaming-Service Disney+ erscheinen. Die teure Realverfilmung, basierend auf dem Disney-Trickfilm "Mulan" von 1998, soll ab September bei dem Videodienst zu sehen sein - zum stolzen Preis von knapp 30 Dollar, wie der Konzern bekanntgab.

In den USA sind wegen der Corona-Krise noch viele Kinos geschlossen. In anderen Märkten, wo Lichtspielhäuser bereits geöffnet haben, könnte der Film auch dort gezeigt werden, hieß es.

Das Abenteuer-Märchen um die chinesische Heldin Hua Mulan sollte eigentlich schon Ende März in die Kinos kommen. Die Hollywood-Premiere fand Anfang März noch statt, doch dann durchkreuzte der Kino-Shutdown die Pläne. Der Start wurde erst auf Juli, dann weiter auf August geschoben. Zuletzt kündigte Disney Ende Juli einen Aufschub auf unbestimmte Zeit an.

In der etwa 200 Millionen Dollar teuren Produktion der neuseeländischen Regisseurin Niki Caro spielt die chinesische Schauspielerin Liu Yifei die Hauptrolle. Das 2000 Jahre alte chinesische Volksmärchen "Mulan" erzählt von einem mutigen Mädchen, das aus Liebe zum Vater in den Krieg zieht, als gefeierte Heldin zurückkehrt und auf diesem beschwerlichen Weg zu sich selbst findet.

4,7 Milliarden Dollar Verlust für Disney in der Corona-Krise

Die Veröffentlichung beim hauseigenen Streamingportal ist wohl auch ein Versuch, die Verluste zu minimieren. Die Corona-Pandemie hat den US-Unterhaltungsriesen tief in die roten Zahlen gebracht. In den drei Monaten bis Ende Juni fiel unterm Strich ein Verlust von 4,7 Milliarden Dollar (etwa 4,0 Mrd Euro) an, wie Disney nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen noch einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Dollar eingefahren.

Vor allem Disneys Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten - normalerweise ein zuverlässiger Profitbringer - litt in der Krise stark. Die Erlöse brachen im Jahresvergleich um 85 Prozent ein, der Betriebsverlust betrug knapp zwei Milliarden Dollar. Inzwischen sind Disneys Attraktionen größtenteils wieder geöffnet, jedoch mit strengen Corona-Auflagen und angesichts anhaltender Virus-Sorgen in den USA mit ungewissem Ausblick.

Disney-Chef Bob Chapek sprach von anhaltenden Herausforderungen, aber auch vom "unglaublichen Erfolg" des Streaming-Services Disney+. Der im vergangenen November gestartete Videodienst habe bisher 60,5 Millionen Abonnenten.

Monetär zahlt sich das rasante Wachstum des Streaming-Geschäfts für Disney bislang allerdings nicht aus. Die Sparte ist hoch defizitär und der Boom auch durch Schnäppchenpreise und kostenlose Lockangebote erkauft.

© SZ.de/dpa/jobr/odg
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