Woran sollen wir denken, wenn wir an Afrika denken? Historisch gesehen an sehr wenig. Im Jahr 1884 trafen sich die Kolonialmächte der Welt auf Initiative von Otto von Bismarck auf der Berliner Konferenz, um die Regeln zu besprechen, nach denen sie Afrika unter sich aufteilen würden. Regeln, die letztlich darauf hinausliefen, dass derjenige, der als Erster irgendwo seine Flagge hisste und die lokale Bevölkerung gewaltsam unter seine Herrschaft zwang, das Land für sich beanspruchen konnte. Um diesen Landraub gegenüber dem Rest der Welt zu rechtfertigen, einigten sie sich darauf, eine Reihe von Mythen über Afrika zu erfinden: Sie verbreiteten die Lüge, dass Afrikaner wilde, unzivilisierte Menschen seien, die nicht für sich selbst sorgen könnten und daher die Europäer bräuchten, um sie zu retten. Sie nannten Afrika den „dunklen Kontinent“, um zu implizieren, dass es sich um ein unbekanntes Gebiet voller Angst und Schrecken handelt.
AfrikaSchaut genau hin
Lesezeit: 4 Min.

Egal, ob Friedrich Merz nach Johannesburg reist oder der Krieg in Sudan Hunderttausende Leben kostet: Was auf dem afrikanischen Kontinent passiert, wird im Rest der Welt kaum wahrgenommen. Woher diese Ignoranz kommt – und warum sie dringend bekämpft werden muss.
Gastbeitrag von Dipo Faloyin

Johannesburg:Ist diese Stadt noch zu retten?
Johannesburg ist bekannt für seine prächtige Natur, aber auch für Verfall und Verwahrlosung, Korruption und Kriminalität. Hier sollen sich jetzt also die G20 treffen? Über eine Stadt, die sich aufgegeben hat und Menschen, die das nicht hinnehmen.
Lesen Sie mehr zum Thema