Digitale Ethik "Intelligente Maschinen gibt es nicht - das ist irreführend"

Warnt vor einer voll-automatisierten Gesellschaft: Sarah Spiekermann.

(Foto: privat)

Ein Gespräch mit Wirtschaftswissenschaftlerin Sarah Spiekermann über fehlende Ethik bei IT-Unternehmen.

Interview von Nicolas Freund

SZ: Frau Spiekermann, was unterscheidet Menschen von Maschinen?

Sarah Spiekermann: Maschinen haben, anders als Menschen, keine Sinneseindrücke. Eine Maschine kann nur Daten verarbeiten, die sie vordefiniert als Input bekommt. Entwickler entscheiden, welche Daten die Maschine sammelt und verarbeitet. Sie bauen diese oder jene Sensoren ein, diese oder jene Fotos, Textpassagen und Muster sollen der Maschine dienen. Das ist ein sehr viel begrenzterer Inputraum als die Wahrnehmung der Menschen.

Trotzdem sprechen wir von künstlicher "Intelligenz". Beginnt das Problem vielleicht schon mit ...