Eine Frau ist in ihrem eigenen Haus eingesperrt. Unbekannte haben das Schlüsselloch ihrer Sicherheitstür mit Sekundenkleber unbrauchbar gemacht. Es ist ein Samstag, die örtlichen Schlosser gehen nicht ans Telefon, und die Polizei fragt bloß, was sie von ihnen erwarte. Also ergibt Montse sich ihrem Schicksal und beschließt, das Ganze bis zum Montag auszusitzen – sie ist lediglich besorgt, dass ein Feuer ausbrechen könnte. Abends stellt sie sich vor, sie sei eine ihrer beiden Schwestern, Núria oder Conxita. Sie ahmt deren Manierismen nach. Sie versucht „zu träumen, was Conxita träumen mochte“.
LiteraturFrauenperspektive, von einem Mann erzählt?
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Ja, geht, wenn Colm Tóibín schreibt: Der Autor des Bestsellers „Brooklyn“ erzählt in der Novelle „Die Schwestern“ von einer Emanzipation, zu der es keine Alternative gibt.
Von Juliane Liebert
