Was wurde aus der Protestpartei „Die Grünen“?:Enkel wählen rechts

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Definierte sich lange als die Partei „der Jugend von heute“ – und als die Kraft, die dafür kämpft, dass der Planet auch noch für die nächste Generation lebenswert ist: Die Grünen, hier beim Gründungsparteitag 1980. (Foto: Imago/Friedrich Stark)

„Macht kaputt, was euch kaputt macht“: Zum Misserfolg der ehemaligen Protestpartei „Die Grünen“ bei der sogenannten Jugend von heute.

Essay von Gerhard Matzig

Politisch betrachtet ist zum Beispiel München eine grüne Hochburg. Oder war es bis zum Sonntagabend. Nach der letzten Europawahl vor fünf Jahren sah das politfarbige Abbild der Stimmbezirke an der Isar aus, als habe sich das Grün wie mit dem Presslufthammer dem Gemüt der Stadtgesellschaft eingeschrieben. Schwarz, rot oder ein ins Vergilbte ragendes Gelb, zu schweigen vom bräunlichen Blau, das waren nur die Ränder links und rechts von der Mitte Münchens, das waren also eher die einfachen Bezirke mit den Autohäusern und Swingerclubs, wo gerne gedreht wird, wenn die Leute vom „Polizeiruf“ um 20.15 Uhr mal normale Menschen zeigen wollen statt das übliche Bogenhausener Loden-Milieu. Sonst war seinerzeit die ganze Stadt dunkelgrün. Lebensgefühl, Sehnsucht, Mitte, Mehrheit, Mainstream: alles eins.

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