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Die CDs der Woche - Popkolumne:A$AP Rocky

Und weil in so einem ganzen Monat nach Weihnachten natürlich ohne Weiteres Platz für zwei vielversprechende Pop-Neulinge ist, erschien auch noch das Debütalbum "Long.Live A$AP" des New Yorker Rappers mit dem sprechenden Namen A$AP Rocky, dem Sony vor einigen Monaten für einen Zweijahresvertrag angeblich drei Millionen Dollar überwiesen hat. Die Abkürzung "asap" steht im Englischen für "as soon as possible" - so bald wie möglich. Das Dollarzeichen erklärt sich dann von selbst. Ganz wie man will, ist das zusammen dann entweder ein ironischer Kommentar zum unverhohlenen Materialismus des Hip-Hop - oder einfach eine weitere Bestätigung desselben.

New Yorker Rapper A$AP Rocky

Das Album "Long.Live A$AP" des New Yorker Rappers A$AP Rocky.

Der Sony-Vertrag legt Letzteres nahe, das Album allerdings eher Ersteres. Grund dafür dürfte nicht nur Rockys variabler Rap-Stil sein, sondern auch seine Produzent und Komplize Steven Rodriguez alias A$AP Yams. "Deeply schooled Hip-Hop" urteilte die New York Times über das Album. Tatsächlich ist Rocky weniger ein klassischer Ghetto-Geschichten-Erzähler wie das andere Hip-Hop-Wunderkind dieser Tage, Kendrick Lamar, sondern eher ein irrsinnig informierter und geschmeidiger Rap-Spieler. Er kennt die Teile des großen Hip-Hop-Puzzles so genau, dass er sie jetzt nach seinen eigenen Regeln zusammensetzen kann. Ein echte neue Wegmarke des Genres - und ein weiterer Beweis, dass der Hip-Hop das richtungsweisende Popgenre der Gegenwart ist.

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