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Die CDs der Woche - Popkolumne:Clouds

Die beiden Schotten Calum MacLeod and Liam Robertson wurden schon mit 19 und 20 Jahren vom einflussreichen, kanadischen Label Turbo verpflichtet. Mit Hits wie "Consciousness" und "Numbers" gelang ihnen dann Außergewöhnliches: Sie rissen Techno aus dem eingefahrenen Clubbetrieb heraus. Ihre Musik richtete sich nicht mehr an einen eingeschworenen Kreis von Kennern. Die psychedelischen Synthi-Hooklines von Clouds waren vielmehr so verständlich und universell wirksam wie die Stimme von Lady Gaga.

Das Album "Ghost Systems Rave" von Clouds

Das Album "Ghost System Rave" von Clouds: Was hat die beiden da geritten?

(Foto: Turbo)

MacLeod und Robertson riefen so eine zweite Techno-Revolution aus - ohne das jedoch selbst so wirklich zu begreifen. Auf ihrem nun erschienenen Debüt-Album "Ghost Systems Rave" (Turbo) setzen MacLeod und Robertson allerdings ganz anders an. Sie eifern dem Londoner Bass-Sound nach, der vor etwa zwei Jahren den bis dahin vorherrschenden Dub-step ablöste. Die beiden feuern also ein ganzes Arsenal polternder, reggae-infizierter Techno-Grooves, wabernder Basslines und böse fauchender Synthies ab. Ihr ursprünglich so popaffines Verständnis von Clubmusik kann sich in diesen grüblerischen, in sich gekehrten Klängen kaum verfangen. Was hat die beiden da geritten?