bedeckt München

Die CDs der Woche - Popkolumne:Anna Calvi

Wenn man lieber hören will, wie man sich an die Gegenwart heranschleicht, ohne den eigenen Sound zu verraten, dem sei die britische Songwriterin und Sängerin Anna Calvi empfohlen, die sich auf ihrer eben erschienenen Cover-EP "Strange Weather" nicht nur David Bowie und Suicide versucht, sondern auch an "Papi Pacify" von der hochgehandelten Poststep-Newcomerin FKA Twigs. Anna Calvi klingt dabei wie Anna Calvi - und trifft den verschwurbelt-minimalistischen Geist des Songs doch ganz genau.

Wenn Sie diese Songs nicht hören können, melden Sie sich bitte bei Spotify an.

Bliebe der Hip-Hop. Hier hat ein junger Rapper aus Brooklyn mit seinem Song "Hot Nigga" gerade punktgenau einen mächtigen Nerv getroffen. Die USA überschlägt sich vor Begeisterung für die harten Old-School-Gangster-Raps von Bobby Shmurda, dessen gemeinsam mit seiner Crew GS9 veröffentlichtes Mixtape von Kritikern schon als neuer Eastcoast-Klassiker gehandelt wird.

Angefangen hat alles mit dem "Shmoney Dance", einem albernen Tänzchen, dass Shmurda im dazugehörigen Video aufführt. Mittlerweile zählt der Youtube-Clip weit über 1,8 Millionen Klicks (drei Viertel davon kamen in den vergangenen drei Wochen zusammen). Dass der 20-Jährige den Status einer Internet-Sensation aber längst hinter sich hat und auf dem besten Weg ist, ein echter Star zu werden, machte am Wochenende ein Auftritt des Royal Couples der zeitgenössischen Popmusik deutlich.

Beim Konzert ihrer gemeinsamen "On The Run"-Tour in New Jersey schüttelte Beyoncé ihren Hintern im "Shmoney"-Stil und Ehemann Jay-Z änderte sogar eine seiner Textzeilen in "Come Shmoney Dance with the goodfellas". Und weil Gesetz ist, was dieser Mann sagt (zumindest in Amerika), erinnern wir uns an Kendrick Lamar, den letzten Hype dieser Größenordnung im amerikanischen Hip-Hop, machen uns auf Großes gefasst und zählen langsam bis drei. Länger dürfte der Durchbruch nicht auf sich warten lassen.

Fortlaufende Popkolumne der SZ. Wenn Sie diese Songs nicht hören können, melden Sie sich bitte bei Spotify an. Auf der rechten Seite finden Sie mit der Maus den (sehr kleinen) Scrollbalken. Wenn Sie nach unten scrollen, finden Sie die Alben, die in den vergangenen Wochen in der Popkolumne besprochen wurden und gleichzeitig bei Spotify enthalten sind.

© SZ vom 16.07.2014/nema/pak
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema