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Die CDs der Woche - Popkolumne:Karmin

In noch einmal ganz andere Regionen des Internet-Ruhms als C2C sind die beiden amerikanischen Musiker Amy Heidemann und Nick Noonan alias Karmin vorgedrungen. Ihre Coverversion des Chris-Brown-Hits "Look At Me Now" hat mittlerweile über 75 Millionen YouTube-Views. Sie sind im Fernsehen bei "Saturday Night Live" aufgetreten und in der Show von Ellen DeGeneres.

Sympathischer aber fader Highscore-Pop von der Stange: Das Album "Hello" von Karmin.

(Foto: Epic)

Questlove, der Drummer und Mastermind der Roots, der besten und angesehensten Hip-Hop-Band der Welt, spielt im völlig unspektakulären YouTube-Clip zu Karmins Version des Nicky-Minaj-Songs "Super Bass" Schlagzeug, einfach so. Und in der Oktober-Ausgabe des amerikanischen Rolling Stone ist auf der Rückseite ausnahmsweise keine Werbung, sondern ein zweites Cover mit Amy Heidemann. Die Leser wollten es so. Das war so etwas wie der finale Pop-Ritterschlag.

Und jetzt sind wir sehr gespannt. Das im Mai veröffentlichte erste Album "Hello" war leider noch eine gewisse Enttäuschung. Die eigenen Songs sind bislang noch sympathischer, aber fader Highscore-Pop von der Stange. Aber bis es etwas wirklich Gutes gibt, kann man sich ja ohne weiteres noch ein paar Millionen Mal Karmins "Look At Me Now" ansehen, das so viel besser ist als das Original, weil das Arrangement so grandios minimalistisch ist und weil es einfach so unfassbar ist, dass da eine junge weiße Frau genau so schnell und präzise rappt wie Busta Rhymes. Now: Wow!

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