St. Petersburger Philharmonie

1802 entstand in Sankt Petersburg die erste Philharmonische Gesellschaft Europas. Den dazugehörigen Konzertsaal mit immerhin mehr als 1500 Sitzplätzen gibt es allerdings erst seit 1839. Grundform ist die klassische Schuhschachtel mit seitlichen Balkonen auf Säulen-Arkaden, die bis an die Vorderfront gezogen sind und das Podium flankieren. Wie bei anderen Musiksälen der Zeit ist das Podium im Vergleich zu modernen Sälen nicht sehr groß, aber relativ hoch.

Der Grund: Die hölzerne Bühne ist hohl, das ganze Podium wirkt als Resonanzkörper. Die Rückwand bildet hier wie meist ein relativ flacher Orgelprospekt, so dass kein harter Abstrahlreflex entsteht, sondern ein bereits leicht gestreuter, homogener, weicherer Klang, der auch Fortissimostellen nicht aggressiv in den Raum knallen lässt, sondern als Verdichtung und Intensivierung sich vermittelt. Das ist ein entscheidendes musikästhetisches Merkmal, nicht nur ein oberflächliches Schönheitskriterium.

Bild: Ingvar-fed / CC-by-sa-3.0 9. Februar 2015, 15:372015-02-09 15:37:03 © SZ.de/cag/zig/liv