Wenn wir an diesem Freitag, dem 8. Mai, den 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa begehen, zeichnet sich ab: Deutschland wird bald wieder die führende europäische Militärmacht sein. Schon im kommenden Jahr dürfte es so viel für Verteidigung ausgeben wie Frankreich und Großbritannien zusammen; bis 2030 voraussichtlich noch deutlich mehr. Das erklärte Ziel der deutschen Regierung ist es, „die stärkste konventionelle Armee Europas“ aufzubauen. Zwar verfügen Frankreich und Großbritannien über Atomwaffen, doch gerade das bindet Mittel, die für andere Bereiche der Verteidigung fehlen. Die Frage lautet also nicht: Wird das so kommen? Von unvorhergesehenen Ereignissen abgesehen, spricht alles dafür. Die Frage, die sich gerade an so einem schwerwiegenden Jahrestag stellt, ist: Wie lässt sich sicherstellen, dass Deutschlands wachsende militärische Stärke diesmal eine positive Entwicklung für ganz Europa darstellt?
DebatteStresstest für die Zeitenwende
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81 Jahre nach der Kapitulation von Nazideutschland schwingt sich die Bundesrepublik auf, wieder zur stärksten konventionellen militärischen Macht in Europa zu werden. Kann das gut gehen?
Gastbeitrag von Timothy Garton Ash
