Es ist eine Geschichte, die man gerade jetzt erzählen muss. Eva Bruhns, Tochter der Wirtsleute Edith und Ludwig, stolpert als Übersetzerin in den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess und mit dieser Tätigkeit in die deutsche Vergangenheit und die der eigenen Familie. So könnte man den Inhalt von Annette Hess’ Roman „Deutsches Haus“, erschienen 2018, zusammenfassen. Dann hätte man jedoch nur einen von vielen Handlungssträngen erzählt, von den vielen Motivsplittern, die sonst noch herumirrlichtern, ganz zu schweigen. Aber der Kern der Geschichte macht diesen Stoff für heute, für eine Zeit, in der eine grässlich erfolgreiche Partei jegliches Bewusstsein für die deutsche Vergangenheit tilgen will, enorm wichtig. Insofern ist es verdienstvoll, dass Jorinde Dröse „Deutsches Haus“ im Hamburger Thalia-Theater nun zum ersten Mal auf eine Bühne bringt. Auch wenn sie daran krachend scheitert.
TheaterBe-Bop und Holocaust
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„Für euch kamen ’33 die kleinen braunen Männchen in einem Raumschiff und landeten in Deutschland“, spottet David (Jeremy Mockridge) über Eva (Nellie Fischer-Benson) und die Deutschen.
Foto: Kerstin SchomburgDas Hamburger Thalia-Theater bringt Annette Hess’ Roman „Deutsches Haus“ über den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess auf die Bühne. Das Ergebnis ist desaströs. Bis Tonaufnahmen des Verfahrens zu hören sind.
Von Egbert Tholl
