Der Deutsche Sachbuchpreis ist vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels zwar erstmals 2021 verliehen worden, er wurde neben dem Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse aber aus dem Stand der wichtigste deutsche Preis für ein aktuelles Sachbuch. Anders als der im Großen und Ganzen historischer orientierte Leipziger Preis ist der Deutsche Buchpreis etwas stärker auf die Gegenwart und deren gesellschaftspolitische Diskussion fokussiert.
Aus den 239 Titeln, die von 132 Verlagen eingereicht wurden, haben die sieben Jurorinnen und Juroren in diesem Jahr entsprechend acht Titel für die Shortlist ausgewählt, die thematisch einen guten Teil der laufenden Debatten abdecken: Es geht um die Meinungsfreiheit, Geopolitik, die deutsche Wirtschaft, Russland, die Medizinethik und die künstliche Intelligenz.
Nominiert wurden „Szenario – Die Zukunft steht auf dem Spiel“ (dtv) der Futurologin und Nato-Forschungsdirektorin Florence Gaub, „Dreihundert Männer – Aufstieg und Fall der Deutschland AG“ (Suhrkamp) des Journalisten Konstantin Richter, „Meinungsfreiheit – Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen“ (Berlin Verlag) des SZ-Redakteurs und Juristen Ronen Steinke, „Der Schlüssel würde noch passen – Moskauer Erinnerungen“ (Droemer) der Germanistin und Kulturwissenschaftlerin Irina Scherbakowa, „Leben, Körper, Tod – Zwölf aktuelle Kontroversen der Medizinethik“ (Wallstein) der Medizinethik-Expertin Bettina Schöne-Seifert und „Sprachmaschinen – Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz“ (C.H.Beck) des Literatur- und Medienwissenschaftlers Roberto Simanowski.
Daneben haben es die Biografie „Thomas Mann – Ein Leben“ (dtv) des Kulturjournalisten und Literaturhistorikers Tilmann Lahme und das Buch „Gespräche mit einem Toten – Gustav Nagel, Prophet vom Arendsee“ (Matthes & Seitz Berlin) der Ethnologin Heike Behrend in die Endauswahl geschafft. Behrend erhielt für ihr Buch „Menschwerdung eines Affen“ 2021 den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse.
Der Deutsche Sachbuchpreis ist mit insgesamt 42 500 Euro dotiert und wird am 8. Juni im Kleinen Saal der Elbphilharmonie Hamburg verliehen. Die Preisträgerin oder der Preisträger erhält 25 000 Euro, alle übrigen Nominierten 2500 Euro.

