Deutscher Filmpreis Sieben Nominierungen für "Elser" und "Victoria"

Übung für einen Bankraub: Später wird die Tat in dem Film "Victoria" von Sebastian Schipper auch umgesetzt. Der Echtzeit-Thriller ist jetzt sieben Mal für den Deutschen Filmpreis nominiert.

(Foto: Senator Film Verleih)
  • In Berlin sind die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis bekannt gegeben worden.
  • Die Filme "Victoria" und "Elser - Er hätte die Welt verändert" sind je in sieben Kategorien für eine "Lola" nominiert.
  • Die Filmpreise werden am 19. Juni verliehen, ebenfalls in Berlin.

Mit je sieben Nominierungen gehen der Echtzeit-Thriller "Victoria" von Sebastian Schipper und das Drama "Elser - Er hätte die Welt verändert" von Oliver Hirschbiegel über das Hitler-Attentat als Favoriten ins Rennen um den 65. Deutschen Filmpreis.

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Er wäre ein Held gewesen. Im November 1939 plante Georg Elser ein Attentat auf Adolf Hitler, doch die Bombe detonierte zu spät. Regisseur Oliver Hirschbiegel hat das Leben des Widerständlers in "Elser" nun faktentreu verfilmt.   Von Martina Knoben

Als beste Schauspielerinnen haben "Victoria"-Darstellerin Laia Costa, Nina Hoss ("Phoenix") und Katharina Marie Schubert ("Ein Geschenk der Götter") Chancen auf die Goldene Lola.

Als beste Schauspieler wurden "Elser"-Darsteller Christian Friedel, Frederick Lau ("Victoria") und Hanno Koffler ("Härte") nominiert. Das gaben Kulturstaatsministerin Monika Grütters und die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, Schauspielerin Iris Berben, am Donnerstag bekannt.

Der Deutsche Filmpreis ist mit insgesamt knapp drei Millionen Euro Preisgeldern der höchstdotierte deutsche Kulturpreis. Die Gewinner werden von den Mitgliedern der Deutschen Filmakademie gewählt und am 19. Juni bei der Lola-Gala im Berliner Palais am Funkturm bekanntgegeben.

Sechs Filme konkurrieren in der Königskategorie Bester Spielfilm um die begehrte Trophäe. In der Auswahl ist Sebastian Schippers ganz ohne Schnitte gedrehter Berlin-Krimi "Victoria". Der Film begeisterte bereits das diesjährige Berlinale-Publikum und ist auch in Kategorien wie Regie, Darsteller und Kamera nominiert.

Ebenfalls Anwärter für den besten Film: Burhan Qurbanis "Wir sind jung. Wir sind stark" über die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen und die Unternehmensberater-Satire "Zeit der Kannibalen" von Johannes Naber.

Til-Schweiger-Film "Honig im Kopf" nicht im Rennen

Chancen auf den Preis haben außerdem der Computerhacker-Thriller "Who am I - Kein System ist sicher" von Baran bo Odar, Edward Bergers "Jack" über zwei vernachlässigte Kinder und Giulio Ricciarellis Drama "Im Labyrinth des Schweigens" über die Auschwitz-Prozesse in Frankfurt/Main.

Der insgesamt sieben Mal nominierte "Elser"-Film von Oliver Hirschbiegel ist in der Kategorie Bester Spielfilm nicht vertreten. Til Schweigers Publikumsrenner "Honig im Kopf" war erst gar nicht eingereicht worden.

Chancen auf den Preis als beste Nebendarsteller haben Burghart Klaußner ("Elser - Er hätte die Welt verändert"), Nina Kunzendorf ("Phoenix"), Meret Becker ("Lügen und andere Wahrheiten"), Claudia Messner ("Die geliebten Schwestern"), Gert Voss ("Im Labyrinth des Schweigens") und Joel Basman ("Wir sind jung. Wir sind stark").

Als beste Kinderfilme stehen die Roman-Verfilmung "Rico, Oskar und die Tieferschatten" von Neele Leana Vollmar und "Quatsch und die Nasenbärbande" von Veit Helmer zu Auswahl.

Nominiert als beste Dokumentarfilme sind "Beyond Punishment" von Hubertus Siegert, "Citizenfour" von Laura Poitras und "Nowitzki. Der perfekte Wurf" von Sebastian Dehnhardt.

Die Gala zum 65. Filmpreis moderiert Schauspieler Jan Josef Liefers. Die Verleihung wird am 19. Juni um 22.45 Uhr zeitversetzt im ZDF ausgestrahlt.