Deutscher Filmpreis Große Gefühle

"3 Tage in Quiberon" war der haushohe Favorit des Deutschen Filmpreises - und konnte sieben von zehn Nominierungen einlösen. "Ich bin so glücklich", juchzte Hauptdarstellerin Marie Bäumer - der Film habe ihre Lust am Spielen neu entfacht.

Von Anke Sternenborg

"Ich bin so glücklich!" juchzte Marie Bäumer, als sie die Lola für die beste Hauptdarstellerin für "3 Tage in Quiberon" im leuchtend roten Kleid und mit glühendem Lächeln entgegennahm. "Wir brauchen diese Leidenschaft, diese Freiheit und diese Offenheit, in die Gefühle zu gehen!"

Sieben von zehn Nominierungen konnte der haushohe Favorit des Abends einlösen, und wird damit hoffentlich auch an der Kinokasse neuen Schub bekommen: Birgit Minichmayr als beste Nebendarstellerin, Robert Gwisdek als bester Nebendarsteller, dazu noch Kamera, Musik, Emily Atef für die beste Regie und schließlich der beste Film. Zum zweiten Mal in Folge wurden die nominierten Frauen auch allesamt ausgezeichnet, Valeska Grisebachs "Western" bekam die Lola in Bronze.

Große Gefühle beherrschten den ganzen Abend. Wie Robert Gwisdek per Skype aus dem Krankenhaus zugeschaltet zwischen Vaterfreuden und Lola-Triumph ins Zittern kam. Wie sich Hark Bohm nach Fatih Akins sehr persönlicher Ehren-Laudatio unter Standing Ovations dem "wohl glücklichsten Moment seines Lebens" hingab. Und wie Akin die Lolas für "Aus dem Nichts" (Drehbuch, Silber für den Film) auch zum Preis für seine Darstellerin Diane Kruger deklarierte. Für die Chuzpe, zusammen mit Cate Blanchett in einem einzigen Film 12 Geschichten zu erzählen, wurde Julian Rosefeldts "Manifesto" mit Preisen für beste Kostüme, bestes Szenenbild und bestes Maskenbild belohnt. Zu jung, zu unerfahren, dachten viele über den mit 26 Jahren jüngsten Conferencier der Filmpreis-Gala, doch Edin Hazanovic nahm das Publikum von Anfang an im Sturm eines mit Iris Berben furios getanzten Medleys. Mit frech forschem Rampensau-Charme verpasste er dem Abend einen echten Frischekick.