Deutsche Gegenwartsliteratur:Märkische Erschütterungen

Lesezeit: 6 min

Schriftsteller Günter de Bruyn

Wer seinen neuen Roman liest, dem ist klar: Günter de Bruyn, der zurückgezogen im brandenburgischen Görlsdorf lebt, hat sich da etwas von der Seele geschrieben.

(Foto: picture-alliance/ ZB)

Nach über dreißig Jahren hat Günter de Bruyn wieder ein Werk der Fiktion geschrieben. Der Untertitel "ländliches Idyll" täuscht. Es geht um Deutschland nach dem Herbst 2015. "Der neunzigste Geburtstag" ist eine bittere Abrechnung mit dem Moraltheater der Gegenwart.

Von Gustav Seibt

In seinem Roman "Buridans Esel", der 1968 in Halle beim Mitteldeutschen Verlag erschien, ließ Günter de Bruyn ganz kurz eine Dorfwirtin auftreten, deren Speisekarte sich auf die "Auswahl zwischen Bratkartoffeln mit Rührei und Bratkartoffeln mit Setzei" beschränkte. "Die Wirtin hieß Leidenfrost und sah danach aus." Der sprechende Name kehrt nun, genau fünfzig Jahre später, in de Bruyns jüngstem Erzählwerk wieder, mit kleiner Variation. "Der neunzigste Geburtstag", der hier am 5. August 2016 gefeiert werden soll, ist der von Hedwig Leydenfrost.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Der Krieg und die Friedensbewegung
Lob des Pazifismus
Oktoberfest 2022: Opening Day
Beobachtungen zum Oktoberfest
Die Wiesn ist in diesem Jahr irgendwie anders
Magersucht
Essstörungen
Ausgehungert
Verunglückte Extremsportlerin Nelson
Drama um die stille Anführerin
alles liebe
Liebe und Partnerschaft
»Deshalb muss man sich nicht gleich trennen«
Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB