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Deutsche Gegenwartsliteratur:Märkische Erschütterungen

Schriftsteller Günter de Bruyn

Wer seinen neuen Roman liest, dem ist klar: Günter de Bruyn, der zurückgezogen im brandenburgischen Görlsdorf lebt, hat sich da etwas von der Seele geschrieben.

(Foto: picture-alliance/ ZB)

Nach über dreißig Jahren hat Günter de Bruyn wieder ein Werk der Fiktion geschrieben. Der Untertitel "ländliches Idyll" täuscht. Es geht um Deutschland nach dem Herbst 2015. "Der neunzigste Geburtstag" ist eine bittere Abrechnung mit dem Moraltheater der Gegenwart.

In seinem Roman "Buridans Esel", der 1968 in Halle beim Mitteldeutschen Verlag erschien, ließ Günter de Bruyn ganz kurz eine Dorfwirtin auftreten, deren Speisekarte sich auf die "Auswahl zwischen Bratkartoffeln mit Rührei und Bratkartoffeln mit Setzei" beschränkte. "Die Wirtin hieß Leidenfrost und sah danach aus." Der sprechende Name kehrt nun, genau fünfzig Jahre später, in de Bruyns jüngstem Erzählwerk wieder, mit kleiner Variation. "Der neunzigste Geburtstag", der hier am 5. August 2016 gefeiert werden soll, ist der von Hedwig Leydenfrost.

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