Gedenken an die NovemberpogromeWie sich das Fliehen anhört

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Birgit Minichmayr, Kangyoon Shine Lee, Michael Borth und Ulrich Noethen (v.l.), in der Mitte Dirigent Gergely Madaras.
Birgit Minichmayr, Kangyoon Shine Lee, Michael Borth und Ulrich Noethen (v.l.), in der Mitte Dirigent Gergely Madaras. Oliver Killig

Aufwühlendes Gedenken im Dresdner Kulturpalast an die Novemberpogrome 1938: Vor sieben Jahren war Ulrich Alexander Boschwitz’ Roman  „Der Reisende“ eine literarische Sensation. Jetzt hat Jan Müller-Wieland ihn als Melodram vertont.

Von Egbert Tholl

Da ist ein Sirren der Streicher, das einem nahe geht. Irgendwie unsicher, unruhig, aber auch voller Schönheit, die Celesta macht mit, eine kleine Terz verspricht kleinen Trost. Dann massieren sich Chor und Orchester zu einem immens anschwellenden Lärm, hart, unerbittlich. Abbruch. Otto Silbermann sagt. „Wir haben noch Zeit.“ Aber der Chor drängt, Paris, Hoffnungsort, Rettung vielleicht. Es erklingt eine Arie, Kangyoon Shine Lee (der emigrierte Sohn Eduard) singt die Eltern herbei, Paris sei himmlisch, Paris sei Freiheit, „das Leben ist es Tanz“. Dann melden sich Orchester und Chor zurück, Welle auf Welle des wiederkehrenden, harten Lärms rollt heran. Da ahnt man schon, das geht alles nicht gut aus. Die SA stürmt die Wohnung, Otto Silbermann steigt aus dem Fenster, von nun an ist er heimatlos.

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Anna Netrebko sei eine der besten Sängerinnen unserer Zeit, deshalb habe man sie ins Opernhaus Zürich eingeladen, sagte der Intendant. Das gefiel nicht allen. Über einen Abend mit Verdi, einer nervösen Sopranistin – und einem gar nicht so fernen Krieg.

SZ PlusVon Egbert Tholl

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