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"Der letzte Bürger" in Bad Godesberg:Der Spion im Wohnzimmer

"Der letzte Bürger" von Thomas Melle ist eine deutsch-deutsche Familienaufstellung. Munter wird darin die Vergangenheit eines Vaters als DDR-Spitzel aufgearbeitet.

Letzte Bürger

Eine Familienbande: „Es war nicht meins, sein Weltbild, aber er hatte immerhin noch eins.“

(Foto: Thilo Beu/Theater Bonn)

Wenn ein gerechteres System möglich ist, ist es dann nicht Bürgerpflicht, für dieses zu kämpfen? Und wenn ein anderes Land versucht, solch ein System zu verwirklichen, ist es dann nicht Bürgerpflicht, dieses zu unterstützen? Leo Clarenbach war sich sicher, das richtige System zu kennen. Er entschied sich 1974 für ein Doppelleben: als linksliberaler West-Familienvater und als DDR-Spion. Diese ungewöhnliche Perspektive auf die deutsch-deutsche Geschichte macht Thomas Melle zum Dreh- und Angelpunkt seines neuen Stücks "Der letzte Bürger". In Bonn inszenierte die Hausregisseurin Alice Buddeberg die Uraufführung als beißenden, vielschichtigen und überraschend komischen Drei-Generationen-Clash, in dem die Fetzen fliegen.

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