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Der Komponist in Düsseldorf:Schumann-Haus ist bald fertig

Robert Schumann (1810-1856) versuchte am 27. Februar des Jahres 1854, sich im Rhein zu ertränken, wurde aber gerettet und kam in eine Heil- und Pflegeanstalt. "Melancholie mit Wahn" war die Diagnose. Doch der Komponist der Romantik war in seinen wenigen Düsseldorfer Jahren als Musikdirektor sehr produktiv und schuf dort fast ein Drittel seines Werks, darunter die"Rheinische Sinfonie". Die Stadt besitzt rund 1000 Objekte und Konvolute wie Briefe, Notenblätter und Bilder Schumann und seiner Frau, der Pianistin und Komponistin Clara Schumann. Dieser Schatz bekommt nun künftig ein eigenes Museum. Es soll in der ersten Hälfte des nächsten Jahres eröffnen. Das damalige Wohnhaus wird zum Schumann-Haus Düsseldorf.

Das Haus in der Bilker Straße 15 gehört der Stadt und wird derzeit noch saniert. Holzböden und Türen des über 200 Jahre alten Gebäudes sind historisch. Die Kosten von etwas über einer Million Euro übernehmen ein Förderverein, die NRW-Stiftung und zum geringen Teil die Stadt Düsseldorf. Derzeit erinnern nur zwei Tafeln an der Hauswand an die einstigen prominenten Bewohner. "Es kann eine Pilgerstätte werden", hofft die Leiterin des künftigen Museums, Sabine Brenner-Wilczek.

Robert Schumann hatte in Düsseldorf die einzige feste Anstellung seines Lebens. 750 Taler im Jahr wurden gezahlt, die nach dem Urteil von Gattin Clara "als sichere Einnahme nicht zu verachten" waren. Allerdings glaubten die Düsseldorfer wohl, dass sie die berühmte Ehefrau gratis mitverpflichtet hätten: Statt eine Honorars bekam sie ein Blumenkörbchen und war verärgert.

© SZ vom 22.09.2020 / dpa

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