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Denkmäler - Oldenburg:Historischer Kinosaal wird Bühne für Zirkus und Variete

Oldenburg (dpa/lni) - Der Neustart des ehemaligen Soldatenkinos Globe der britischen Armee in Oldenburg verzögert sich. Der Umbau der denkmalgeschützten Anlage zu einer Kultur- und Begegnungsstätte war ursprünglich für 2020 angepeilt. "Das wird sich auf 2021 verzögern", sagte die Vorstandsvorsitzende der Kulturgenossenschaft, Nicola Haßold-Piezunka, mit Blick auf offene formale Fragen. Die gemeinnützige Kulturgenossenschaft hat derzeit 680 Mitglieder, die das Projekt mit ihren Anteilen finanziell fördern. "Allein 80 ehrenamtliche Helfer sind in mehreren Arbeitsgruppen aktiv, um den Wiederaufbau voran zu treiben", sagte Haßold-Piezunka.

Das Truppenkino hatte 30 Jahre lang leergestanden und soll nach dem Umbau wieder mit dem Charme der 1950er Jahre erstrahlen. Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, sagte Haßold-Piezunka: "Wir können noch keine Bauarbeiten ausschreiben, solange nicht alle Punkte des Finanzierungskonzeptes erfüllt sind, es fehlen nur noch wenige Bausteine."

Rund 1,74 Millionen Euro an Sanierungskosten sind bisher veranschlagt. Davon werden 745 000 Euro durch Mittel vom Bund und der EU gedeckt. Die Förderung der Stadt Oldenburg liegt bei 152 000 Euro, das Land will ebenfalls 100 000 Euro zuschießen. Die Kulturgenossenschaft rechnet außerdem mit weiteren Mitteln nach Zusagen von mehreren Stiftungen. "Und wir können weitere Unterstützer gebrauchen, damit wir als Genossenschaft das Konzept gegenfinanzieren können", sagte Haßold-Piezunka.

Der Theater- und Kinosaal mit Orchestergraben soll künftig mehr für Zirkus- und Varieté-Künstler als für Filmvorführungen genutzt werden. Die Kulturgenossenschaft denkt auch an Konzerte mit klassischer Musik, Chansons oder Pop. Kinoveranstaltungen werden eher als besonderes Häppchen serviert, etwa mit Livemusik zu Stummfilmen.