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Denkmäler - Naumburg (Saale):Gruß aus dem Mittelalter: Malerei an Michaeliskirche Zeitz

Burgenlandkreis
Die Michaeliskirche in Zeitz. Foto: Peter Endig/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Zeitz (dpa/sa) - Die Zeichnung eines Christuskopfes mit Heiligenschein ist an der Außenfassade der Kirche St. Michael in Zeitz (Burgenlandkreis) wiederentdeckt worden. "Die Zeichnung wurde bei Sanierungsarbeiten an der Westfassade freigelegt und kann um die Zeit von 1500 datiert werden", sagte Steinmetz Christian Späte. Sie befinde sich in einer Nische, die mit einer Abdeckung versehen war. "Die Zeichnung wird restauriert und bleibt freigelegt. Zum Schutz kommt eine Glasscheibe davor", sagte Späte.

Im 19. Jahrhundert befand sich der Christuskopf im Innern einer Heiligenkapelle. Das Gebäude wurde später abgerissen, wodurch die Wand mit der Nische in etwa drei Metern Höhe Teil der Außenfassade wurde. Möglicherweise diente die Einbuchtung einst als Reliquienschrein.

In einem noch vorhandenen Anbau, der Nonnenkapelle, gibt es zahlreiche Wandmalereien. Sie wurden übertüncht, weil die Kapelle lange Zeit als Raum für den Blasebalg der Orgel diente. "Das sind figürliche Malereien, Heiligendarstellungen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhundert, also vor 1550", sagte Restaurator Peter Schöne. "Den Künstler kennt man nicht, aber die Zeichnungen sind von hervorragender Qualität."

Zu sehen ist eine Pietà, also die Gottesmutter mit dem toten Christus im Arm, außerdem vier Bischöfe oder Heilige. Eine andere Wandmalerei zeigt eine Kreuzigungsszene. Im Eingangsbereich gibt es vier Engelsfiguren mit Musikinstrumenten in den Händen. Alle Darstellungen sind lebensgroß, figürlich und farbig. Als Farben dominieren Rot, Ocker und Gelbtöne. "Die Restaurierungsarbeiten haben mehrere Monte gedauert. Die Freilegung war sehr aufwendig, mit Skalpell und Lupenbrille", sagte Schöne.

Die Kirche St. Michael wurde erstmals im Jahr 1154 urkundlich erwähnt. Ursprünglich war sie eine romanische Basilika mit kreuzförmigem Grundriss, wurde aber im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut. Weitgehend erhalten ist heute die romanische Doppelturmfront.

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