Debatte Inneres Elend, linksradikal

Am Berliner Brecht-Haus diskutierten Schriftsteller und Wissenschaftler über Literatur in Zeiten des Neoliberalismus. Selbstverständlich schien es, dass Literatur etwas "leisten" müsse.

Von Tobias Lehmkuhl

Läuft man dieser Tage durch Berlin-Mitte, speziell durch die Tucholsky-Straße, fallen einem die vielen Plakate auf, die für ein Literaturfestival werben, dass Ende April beginnt. Geworben wird mit Sätzen, die Kurt Tucholsky als Peter Panther geschrieben hatte: "Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf", steht da, und: "Ich sehe sie vor mir: Schluchzende Devisenhändler, taschentuchauswringende Fondsmakler . . . Es muss schrecklich sein."

Das war 1929, im Jahr der ersten Weltwirtschaftskrise, und offenbar sollen Tucholskys Sätze eine Inspiration sein für ...