DebatteDas absolut Böse

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Eine Sonderedition von "Mein Kampf" in der Bibliothek des Deutschen Historischen Museums. Kann eine editierte, kritische Version das Werk entlarven?
Eine Sonderedition von "Mein Kampf" in der Bibliothek des Deutschen Historischen Museums. Kann eine editierte, kritische Version das Werk entlarven? Sean Gallup/Getty Images

"Mein Kampf": Gegenüber dieser Spottgeburt von Wahn und Mord hört jedes Kommentieren auf - das kann auch eine kritische Ausgabe nicht ändern.

Von Jeremy Adler

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Der Versuch, eine "kritische Ausgabe" von "Mein Kampf" zu edieren, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Editionen dieser Art erarbeitet man für große Werke, für antike Klassiker und für andere Kulturgüter. Man will die Urfassung eruieren, den besten Text herstellen, schwierige Stellen erhellen. Hier ist das Gegenteil der Fall. Das Werk soll entlarvt werden. Das Vorhaben, ein Buch abzudrucken, weil man es ablehnt, widerspricht aber der gesamten Tradition der Textedition seit der Spätantike und dem jüdischen Mittelalter. Gelehrte Ausgaben dienen per definitionem den Intentionen des Autors. Die Textkritik verfügt nicht über die Mittel, Aussagen zu neutralisieren. Der Autor kommt zu Wort, jetzt aber mit allen Ansprüchen eines Klassikers.

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