Es ist nicht so, dass man keine Wahl hätte. Wenn man sich heute aufbürdet, für den ausverkauften, gedemütigten Osten zu sprechen, wie es etwa der Software-Millionär und Zeitungsverleger Holger Friedrich regelmäßig tut, besteht eigentlich keine Verpflichtung, im selben Atemzug auch das scheinbar Reibungslose und Funktionale der eurasischen Diktaturen zu rühmen. Man müsste auch nicht das Duckmäuserische, die „Gewissensfeigheit“ (Friedrich Wolf), die Friedhofsruhe aller autoritären Systeme gegenüber den lärmenden Entscheidungsprozessen demokratischer Regierungsformen zur Effizienz verklären.
DebatteDie Sieger der Geschichte
Lesezeit: 5 Min.

Stasi-Mitarbeiter, Kinder von NVA-Offizieren und SED-Mitglieder prägen neuerdings entscheidend das Bild dessen, was „der Osten“ will, denkt und ist. Wie konnte es so weit kommen?
Von Felix Stephan
