Das ist schön Spaß an der Freud'

Die Freunde des Residenztheaters unterstützen seit 40 Jahren Kunst

Von Egbert Tholl

"Freunde des Residenztheaters" klingt süß, gell? Viele Theater haben Freundeskreise, die nicht einfach nur ein Theater lieb haben, sondern es aktiv unterstützen. Das Residenztheater in München hat sehr viele Freunde, und das schon seit langer Zeit. Gerade feierten sie ihr 40-jähriges Bestehen, und diese Feier war viel mehr als ein Geburtstagsfest, sie war eine Feier des Theaters an sich.

Denn: An diesem Vormittag zeigte sich nicht nur die Freude der Freunde, sondern auch die Verbundenheit der Schauspieler mit dem Haus. Einige Ehemalige kehrten für ein paar Stunden zurück, sangen ein Lied oder rezitierten. Da geht dann schon ein Riesenraum der Erinnerung auf, wenn Cornelia Froboess singt, Tanja Schleiff an ihre Rolle in der "Dreigroschenoper" erinnert oder Oliver Stokowski - der spielte dort mal den Hamlet - per Video grüßt. Und ganz weh ums Herz wird einem, wenn man einen Ausschnitt aus Leander Haußmanns legendärer "Romeo und Julia"-Inszenierung sieht und darin Guntram Brattia den Balkon erklimmt, von dem aus ihn Anne-Marie Bubke liebt. Da schlägt die Kunst dem Tod ein Schnippchen.

Es ist kein sentimentaler Vormittag, dafür sorgt schon C. Bernd Sucher, der Moderator, dafür sorgt auch der Blick in die Zukunft. Am Samstag, 5. November, werden von 18 Uhr an im Marstall Texte dreier lebender syrischer Autoren präsentiert; ermöglicht haben dies die "Freunde". Sie unterstützten auch die fabelhafte Produktion "Eurydice: Noir Desir" von Bernhard Mikeska, die als Eins-zu-eins-Stationendrama der Albtraum eines jeden Kassenwarts sein musste. Martin Kušej, Hanna Scheibe, die bei Mikeska dabei war (wie auch Guntram Brattia, der ja nur noch aus dem Jenseits dabei sein kann) und der Vorsitzende der Freunde, Stefan Meissner, unterhalten sich über das, was jenseits normaler Inszenierungen möglich ist, wenn man von Freunden Hilfe kriegt. Und insgesamt ist es einfach wunderbar zu erleben, wie Theater Identität für Künstler und Besucher schaffen kann. Das ist schön, und schön wäre auch, würde man das an allen Theatern der Stadt so begreifen wie am Resi oder etwa am Volkstheater.