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Das ist nicht schön:Vinzenz, das Murren ist groß

Das Theater Blaue Maus hat sich umbenannt - leider

Eines vorneweg: Selbstverständlich gibt es gute Gründe für einen Namenswechsel. Wer einmal Tony Flow And The Miraculously Majestic Masters Of Mayhem hieß oder Ted Ed Fred, wird unumstritten nur gewinnen, wenn er sich anders nennt. Aber was bei den Bands Red Hot Chili Peppers und Nirvana wohl einfache Entscheidungen waren, wird bei Prince schon komplizierter: Was anfangs kurz, prägnant und royal war, wurde später zum wulstigen "The Artist Formerly Known As Prince" oder kryptisch zu TAFKAP. Alles nicht so einfach.

Viele Münchner Kulturinstitutionen kennen das: die bohrenden Fragen nämlich, ob der eigene Name perfekt sitzt, ob ein anderer nicht schmückender respektive hipper wäre und ab wann man während des Brainstormens in ein Kuddelmuddel hineinstürmt, infolgedessen hemmungslose Wortakrobaten nur noch von Verschlimmbesserung sprechen? Ein paar Neubetitelungen aus der jüngeren Vergangenheit: Aus dem Maxim wurde vor drei Jahren das Neue Maxim (Kategorie schlüssig); aus dem Orchester Jakobsplatz München wurde vor einem Jahr das Jewish Chamber Orchestra Munich (Kategorie international); aus dem Arri wurde im Dezember die Astor Film Lounge im Arri (Kategorie umständlich).

Zur Kategorie der Enttäuschung gehört das Theater Blaue Maus. Wer auch immer dort auf die Idee kam, diesen so zeitlosen wie charmanten, so anekdotenreichen wie zauberhaften Namen meint ändern zu müssen, gehört, so er denn keine sehr guten Gründe dafür hat, einheitsgrau (statt blau) angemalt (neues Konzept und größerer Viertelbezug reichen als Argumente nicht aus). Fortan also heißt Neuhausens kleines Kellertheater: "dasvinzenz". Richtig gelesen, alles klein und zusammengeschrieben, und im Logo - puh - das "z" spiegelverkehrt hochgeschubst. Da fällt einem nix mehr ein. Doch, das: Bei den Vegetariern unter den Theaterfreunden könnte "dasvinzenz" Murren hervorrufen. Erinnert es doch sehr an einen berühmten Münchner Charcutier. Am kommenden Mittwoch feiert man in der Elvirastraße 17a Eröffnung, immerhin wurden nicht nur die Buchstaben, sondern auch die Räume und das Programm renoviert. Darin lässt sich Ende September ein Zauberabend finden, der den süßen, nun seltsam anmutenden Namen trägt: "(M)ausgetrixt". Ansonsten heißt es: aus die Maus! Und das ist leider gar nicht schön.