„Wie willst du weiße Lilien zu roten Rosen machen? Küß eine weiße Galathee: sie wird errötend lachen!“, sind die zwei Verse des „Sinngedichts“, die im gleichnamigen Novellenzyklus von Gottfried Keller den poetologischen Kern bilden. Sie beziehen sich auf eine berühmte Verwandlungsgeschichte des römischen Dichters Ovid. Die handelt von der Sehnsucht des Bildhauers Pygmalion, der sich in seine eigene Schöpfung verliebt und sie so zum Leben erweckt. Man kann diese Metamorphose des Toten und Kalten zum Leben und Warmen als alchemistischen Vorgang in jeder Poesie, in jeder Kunst verstehen; viele Kunstwerke, zumal in der Moderne, suchen dieses tiefe Kunstversprechen einzulösen.
LiteraturWen man mag, den küsst man
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Dana Grigorceas Roman „Tanzende Frau, blauer Hahn“ dreht sich kunstvoll um eine einzige Frage: Welche Wünsche werden wahr in der Kunst? Antwort: die intensiven und die unbedingten.
Von Hubert Winkels
