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Covid-19 in Altenheim:Schauspieler Allen Garfield gestorben

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Allen Garfield drehte für Coppola, Altman und Wenders, war aber auch Schauspiel-Lehrer - unter anderem für Quentin Tarantino.

(Foto: Ron Galella Collection/Getty)

Die Amerikaner haben auch für die Nebenrollen ausgezeichnete Akteure. Einer von ihnen war Allen Garfield. Mit 80 Jahren ist er in einem kalifornischen Schauspieler-Seniorenheim an einer Covid-19-Infektion gestorben.

Zuletzt lebte Allen Garfield im Motion Picture Home in Woodland Hills, Kalifornien, einem Altenheim speziell für die Veteranen Hollywoods. Die Nachricht, dass er dort mit 80 Jahren an Covid-19 gestorben ist, lässt befürchten, dass noch weit mehr solcher traurigen Meldungen kommen werden. Garfield, 1939 in Newark geboren, war zunächst Sportreporter und Amateurboxer, bis er seine Begabung fürs Schauspielen entdeckte. Sein rundes Jedermanngesicht gab seit den Siebzigerjahren vielen amerikanischen Filmen ihre Bodenhaftung, auch wenn er meist in der zweiten Reihe spielte - bei Brian De Palma, Woody Allen, William Friedkin, in Robert Altmans "Nashville" und immer wieder bei Francis Ford Coppola, wo er in "Der Dialog", als Abhörspezialist und Konkurrent von Gene Hackman, seinen größten Auftritt hatte. Auch Wim Wenders drehte mit ihm, etwa in "Stand der Dinge". Ausgebildet am Actor's Studio in New York, verkörperte Allen Garfield das beneidenswerte Glück der Amerikaner, selbst für die vierte bis zehnte Nebenrolle noch wahre Könner zur Hand zu haben.

© SZ vom 09.04.2020

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