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Maske nähen:Schnittmuster für Schutzmasken

Maske nähen: Schnittmuster für einen Mundschutz

Schnittmuster für eine Schutzmaske.

Die Welt braucht Masken zum Schutz vor dem Coronavirus: ein Schnittmuster in Originalgröße zum Ausschneiden von Fabienne Rako, angehende Textildesignerin an der Kunsthochschule Kassel.

Kurzanleitung Schutzmaske

2 Schnitteile

2 Schnüre/Gummis 65cm

Kurzanleitung:

1. Schnittteil jeweils 2x ausschneiden und auf Stoff mit allen Marken und Markierungen übertragen.

2. Schnittteile an der Rundung verstürzen. Mit dem letzten Stich genau in der Nahtzugabe enden. Nahtzugabe einschneiden, umbügeln. Dabei die Schnur jeweils am Anfang und am Ende mit einnähen und gut verriegeln.

3. Seitennähte bis zur 1cm Nahtzugabe schließen, umbügeln.

4. Die Nahtzugabe der Oberkante jeweils nach innenschlagen und bei 0,5 cm feststeppen, dabei die Schnur jeweils am Anfang und am Ende mit einnähen, gut verriegeln.

5. Seitliche Tunnelzüge absteppen

6. Abnäher: Maske einmal in der Mitte falten und 1cm bis zur Makierung absteppen, umbügeln.

7. Schnurenden mit einem verstellbaren Knoten zusammen binden

Seit vergangener Woche empfiehlt auch das Robert-Koch-Institut, in der Öffentlichkeit Gesichtsmasken zu tragen. Obwohl die leichten Papiermasken, die an den Eingängen von Supermärkten ausgegeben werden, und die Stofflappen, die viele in diesen Tagen selbst nähen, keinen Schutz vor der Ansteckung mit Corona-Viren garantieren. Doch sind Masken, die Mund und Nase bedecken - wie auch ein Schal oder ein Gesichtsschleier - immerhin ein Schutz für die Umgebung beim Niesen oder Husten. Damit der umkämpfte Markt für medizinische Einweg-Masken nicht noch stärker belastet wird, ist es in diesen Tagen zudem schon fast ein Zeichen der Solidarität, wenn man mit einer selbst genähten Stoffmaske aus dem Haus geht. Die sozialen Netzwerke sind voller Anleitungen und Fotografien.

Das Schnittmuster auf dieser Seite hat Fabienne Rako entworfen, die seit drei Jahren an der Kunsthochschule in Kassel Produktdesign mit dem Schwerpunkt Textil bei Ayzit Bostan studiert. Sie hat Zeit. Zum einen wird das nächste Semester in absehbarer Zeit nicht beginnen. Und auch ihr erstes Produkt "Enorm" kann in diesem Frühjahr nicht, wie lange geplant, ausgeliefert werden, die Geschäfte sind zu. Zusammen mit ihrem Kommilitonen Florian Bremer hatte Fabienne Rako ein Konzept für einen Poncho entwickelt, der aus alten Zeltplanen hergestellt wird. Das Material dafür sammelten sie bei Festivals ein: viele lassen ihre Zelte nach dem Ende der Veranstaltung nämlich einfach stehen. "Häufig ist nur eine Stange zerbrochen oder ein kleiner Riss in der Plane", sagt Fabienne Rako, für die Kreislaufwirtschaft genauso wichtig ist, wie ein guter Schnitt. So ein Poncho vermeidet nicht nur Müll - vor allem Radfahrer brauchen wetterfeste, gut sichtbare Schutzkleidung im Straßenverkehr.

Fotos: Fabienne Rako

Auch die Maske für das Großformat sollte aus alten Kleiderstoffen geschneidert werden. Am besten aus einem festen Material. Als kontrastierende Bänder, mit denen das Läppchen am Kopf oder auf der Stirn befestigt wird, eignen sich alte Zeltschnüre, weiche Schnürsenkel oder feste Schnur. Weil Designer wissen, dass auch vernünftige Dinge vor allem dann gerne benutzt werden, wenn sie gut aussehen, hat Fabienne Rako eine Maske entworfen, die man auch als Sonnenschutz tragen kann und die sogar als Accessoire um den Hals hängend schön aussieht. So ist sie zur Hand, wenn man in den Supermarkt geht oder in die Apotheke. Die Fotos hat die Designerin, die, wie alle Kommilitonen derzeit von zu Hause aus arbeitet, selbst aufgenommen. Und weil sie sich an die derzeit geltenden Regeln der Kontaktsperre hält, hat sie sich das von ihr gestaltete Produkt auch selbst angezogen.

© SZ vom 04.04.2020
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