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Kultur und Corona:Welche Kulturveranstaltungen werden abgesagt?

Coronavirus - Österreich

Das Burgtheater bleibt aufgrund der drastischen Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung im Kampf gegen das Coronavirus zumindest bis Ende März geschlossen.

(Foto: dpa)
  • Die NDR Radiophilharmonie sagt ihre Veranstaltungen in den kommenden Wochen ab. Die Staatsoper Unter den Linden streicht nun auch ihre Proben.
  • Disney und andere große Filmstudios verschieben die Filmstarts großer Blockbuster - neben "Mulan", "X-Men: New Mutants" und "Atlers" betrifft das auch "Fast and Furios 9".
  • Viele Künstler, darunter Helene Fischer, Howard Carpendale, Felix Kummer oder James Blunt sagen Konzerte ab.
  • In den Gedenkstätten Bergen-Belsen und JVA Wolfenbüttel finden von Montag an keine Veranstaltungen statt.

Montag, 16. März, 15.55 Uhr: Das vom 1. bis 17. Mai geplante 57. Berliner Theatertreffen findet nicht statt, wie die Berliner Festspiele als Veranstalter am Montag mitteilten. Betroffen ist auch das 41. Theatertreffen der Jugend (22. bis 30. Mai). "Wir bedauern diese Absagen sehr und danken für das Verständnis für diese unumgängliche Entscheidung", hieß es.

Bei der Auswahl hatte die Jury erstmals eine Frauenquote berücksichtigt, sechs von zehn eingeladenen Inszenierungen stammten von Regisseurinnen. Ausgesucht wurden die zehn "bemerkenswertesten Inszenierungen" aus dem deutschsprachigen Raum.

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Montag, 16. März, 12.55 Uhr: In Oberammergau beinträchtigen die Vorsichtsmaßnahmen wegen des Coronavirus auch die Proben zu den Passionsspielen. Derzeit finden Proben nur im kleineren Kreis statt. Die Volksproben mit sehr vielen Menschen auf der Bühne sind vorerst ausgesetzt. Rund 2400 Oberammergauer sind an den Passionsspielen beteiligt, etwa die Hälfte der Einwohner. Unterbrochen wurden inzwischen auch die Fotoproben für den Bildband, der zur Premiere am 16. Mai erscheinen soll.

Premiere und Vorstellungen sind bisher nicht abgesagt. Allerdings entwickeln die Verantwortlichen seit gut einer Woche Alternativszenarien, etwa eine Verschiebung der Premiere um ein oder mehrere Monate oder eine Verschiebung der gesamten Passion. Bis 4. Oktober sind nach derzeitigem Stand rund 100 Vorstellungen geplant, knapp eine halbe Million Gäste aus aller Welt werden erwartet.

Montag, 16. März, 12.30 Uhr: Die geplante "Lohengrin"-Inszenierung von Katharina Wagner in Barcelona ist nun komplett abgesagt worden. Das teilte das Theater Liceu auf seiner Homepage mit. "Wir sind sehr betrübt", sagte eine Mitarbeiterin der Bayreuther Festspielleitung. Schon in der vergangenen Woche war die für den 19. März geplante Premiere wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt worden.

Die Urenkelin von Richard Wagner wollte den "Lohengrin" ihres Urgroßvaters in Barcelona mit Klaus Florian Vogt in der Titelrolle auf die Bühne bringen. Erin Wall sollte die Elsa von Brabant singen und Evelyn Herlitzius deren Gegenspielerin Ortrud.

Montag, 16. März, 11.09 Uhr: Die NDR Radiophilharmonie sagt ihre Veranstaltungen in den kommenden Wochen ab. Die Filmmusik-Konzerte der Reihe "Freistil" werden in den September 2020 verschoben, für die Kammermusik-Konzerte "Blaue Stunde" und "Konzerte Junger Künstler" wird derzeit nach einem Ersatztermin gesucht. Tickets behalten ihre Gültigkeit, können aber auch zurückgegeben werden.

Die Barockkonzerte mit Haydns "Schöpfung" in Hannover und Hamburg entfallen ersatzlos. Für alle abgesagten Veranstaltungen des NDR gilt, dass erworbene Konzertkarten an den jeweiligen Vorverkaufskassen erstattet werden.

Montag, 16. März, 11.09 Uhr: Nach der Schließung aller Theater in Berlin zur Eindämmung des Coronavirus streicht die Staatsoper Unter den Linden auch ihre Proben. Bereits am Wochenende sei der Probenbetrieb zum Schutz des Ensembles und der Mitarbeiter eingestellt worden, teilte das Haus mit. Der für Mittwoch geplante Livestream der Premiere von Mozarts Oper "Idomeneo" unter der musikalischen Leitung von Simon Rattle müsse wegen der aktuellen Entwicklungen vorerst abgesagt werden.

Von Dienstag an biete die Staatsoper ein kostenloses Online-Programm auf ihrer Website an. Die Erfahrung mit dem Livestream der Oper "Carmen" am vergangenen Donnerstag mit rund 160 000 Zuschauern weltweit zeige, wie wichtig Kultur gerade in diesen Zeiten sei, sagte Intendant Matthias Schulz.

Sonntag, 15. März, 15.00 Uhr: Die NordArt, eine der größten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa, fällt in diesem Jahr aus. Die Kunstschau mit jährlich mehr als 100 000 Besuchern hätte vom 6. Juni bis 11. Juni wieder auf dem Gelände der Carlshütte, einer ehemaligen Eisengießerei, in Büdelsdorf in Schleswig-Holstein stattfinden sollen. Wie die Veranstalter am Sonntag weiter mitteilten, entfallen auch alle damit verbundenen Veranstaltungen.

Freitag, 13. März, 17.06 Uhr: Das Tipi am Kanzleramt und die Bar jeder Vernunft stellen bis zum 19. April den Betrieb ein. Eintrittskarten könnten gegen Gutscheine oder weitere Veranstaltungen eingetauscht werden.

Freitag, 13. März, 17 Uhr: Das Deutsche Historische Museum, das Jüdische und das Alliiertenmuseum bleiben ab Samstag ebenfalls bis auf Weiteres geschlossen. Von der Schließung des Deutschen Historischen Museums seien auch das Filmprogramm des Zeughauskinos, alle Veranstaltungen und Führungen sowie die museumseigene Bibliothek betroffen, hieß es in einer Mitteilung.

Bereits zuvor hatte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) bekanntgegeben, dass die staatlichen Theater, Opern und Konzerthäuser ihren Spielbetrieb vor Publikum ab Freitag vorerst bis zum Ende der Osterferien (19. April) vollständig einstellen. Auch private Bühnen wie das Berliner Ensemble, die Schaubühne, das Grips-Theater und die Komödie am Kurfürstendamm würden folgen.

Freitag, 13. März, 16.30 Uhr: Im Hans Otto Theater in Potsdam wird es bis mindestens zum 19. April keine Vorführungen geben, wie das Theater am Freitag mitteilte. Ebenso lange bleibt das Kinder- und Jugendtheater Piccolo in Cottbus geschlossen. Das Hans Otto Theater erstattet die Ticketpreise als Gutscheine, wenn die Karten innerhalb von vier Wochen per Post an das Theater geschickt werden. Am Piccolo Theater werden zu einem späteren Zeitpunkt Ersatzveranstaltungen angeboten, für die die Tickets ihre Gültigkeit behalten.

Auch das Staatstheater Cottbus streicht bis auf weiteres alle Vorführungen aus dem Programm. Im Theater Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) sind zunächst nur alle Vorstellungen bis Ende März abgesagt. In den Uckermärkischen Bühnen Schwedt (Uckermark) läuft der Spielbetrieb hingegen vorerst normal weiter.

Freitag, 13. März, 16 Uhr: Das Jüdische Museum Berlin schließt bis auf Weiteres für den öffentlichen Besucherverkehr, das erklärte der Geschäftsführende Direktor des Museums, Martin Michaelis, am Freitag in Berlin. Zudem würden auch alle bis zum 21. April geplanten Veranstaltungen und Führungen im Museum abgesagt. Die Schließung ändere aber nichts am Zeitplan für die Fertigstellung der neuen Dauerausstellung und der Kinderwelt "ANOHA", hieß es weiter. Man arbeite "derzeit auf Hochtouren, um die beiden Großprojekte bis Mitte Mai erfolgreich abzuschließen", so Michaelis. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir jedoch noch nicht sagen, in welchem Rahmen die Eröffnungsveranstaltungen stattfinden werden."

Freitag, 13. März, 13.23 Uhr: In den Gedenkstätten Bergen-Belsen und JVA Wolfenbüttel finden von Montag an keine Veranstaltungen statt. Abgesagt wurden auch alle betreuten Bildungsangebote. Für Besucher geschlossen bleiben auch Ausstellungen, Bibliotheken und Archive. Das Außengelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen sind aber weiter zugänglich. Die Regelung gilt zunächst bis zum 18. April.

Freitag, 13. März, 13.20 Uhr: Die für Sonntag geplante Deutschlandpremiere des Theaterstücks "Harry Potter und das verwunschene Kind" in Hamburg wird auf Oktober 2020 verschoben. Auch die für (den heutigen) Freitag angesetzte Voraufführung des zweiten Teils sowie die für Samstag geplante Medienpremiere werden auf Herbst geschoben. Noch am Donnerstag war der erste Teil des Stückes im Rahmen der Voraufführungen rund 850 Besuchern gezeigt worden.

Freitag, 13. März, 13.10 Uhr: Inzwischen sagen auch zahlreiche Musiker einzelne Shows oder sogar ihre Tourneen ab. Darunter:

  • Der Auftritt von Helene Fischer beim "Sound & Snow Gastein" am 4. April in Bad Hofgastein.
  • Howard Carpendale verschiebt seine "Die Show meines Lebens"-Termine vom 4. bis 6. April in Frankfurt am Main auf den 8. bis 10. September. Alle weiteren Termine sollen zunächst bestehen bleiben, wie es am Freitag.
  • Avril Lavigne verschiebt ihre komplette Europatour. Davon betroffen sind die deutschen Konzerte in Offenbach (19. März), Berlin (28. März), Köln (29. März) und München (30. März). Die Nachholtermine sind noch nicht bekannt.
  • Sein Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie hatte James Blunt am Mittwoch noch ohne Publikum als Livestream absolvieren können - den Auftritt in der Münchner Olympiahalle am 21. März muss er absagen. Ein Ersatztermin sei in Planung.

Freitag, 13. März, 11.05 Uhr: Die Art Cologne, die größte deutsche Kunstmesse, wird um einige Monate verschoben. Die Schau, die für Ende April geplant war, werde vom 19. bis 22. November parallel zur Cologne Fine Art & Design stattfinden, teilte die Kölner Messe am Donnerstag mit.

Freitag, 13. März, 10.30 Uhr: Die Filmstarts vieler Bluckbuster werden verschoben. Betroffen davon sind neben "Fast and Furios 9" (der Start ist fast ein Jahr später) auch die Disney-Produktionen "Mulan", "X-Men: New Mutants" und "Atlers". Gleiches gilt für "Peter Hase 2", "A Quiet Place 2" und "Jean Seberg - Against All Enemies".

Donnerstag, 12. März, 19.30 Uhr: Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz schließt bis auf weiteres sämtliche Häuser. Dies gelte von Samstag an für den Publikumsverkehr, sagte Sprecherin Stefanie Heinlein der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die von Bund und Ländern getragene Stiftung ist mit fast zwei Dutzend Sammlungen, Museen, Instituten eine der international größten und wichtigsten Kulturinstitutionen. Dazu gehört auch die als Weltkulturerbe eingestufte Museumsinsel.

Donnerstag, 12. März, 18 Uhr: Einen Tag vor dem geplanten Start hat Kraftklub-Sänger Felix Kummer seine Solo-Tour "Kiox" um mehrere Monate verschoben. "Sitze hier bei der Probe, alles ist fertig, morgen wär' es eigentlich losgegangen. Die komplette KIOX TOUR muss verschoben werden", teilte der Musiker am Donnerstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Eine Begründung für die Absage lieferte Kummer nicht. Die Tickets würden aber ihre Gültigkeit behalten. Die neuen Termine veröffentlichte Kummer gleich mit. Tour-Start soll demnach am 28. August in Berlin sein. Der Abschluss der insgesamt 13 Konzerte umfassenden Tournee ist für den 18. September in Bremen geplant.

Donnerstag, 12. März, 17.40 Uhr: In Berlin sind sämtliche staatlichen Theater, Opern und Konzerthäuser ab Freitag geschlossen. Der Spielbetrieb werde von kleinen und großen Einrichtungen vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April vollständig eingestellt, erklärte Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Zuvor waren an den staatlichen Häusern lediglich Veranstaltungen mit mehr als 500 Besuchern abgesagt worden. Auch Landesmuseen, Gedenkstätten und Galerien in Trägerschaft des Landes sowie die Zentral- und Landesbibliothek werden spätestens ab Samstag den Besucherverkehr einstellen, hieß es weiter.

Donnerstag, 12. März, 17 Uhr: Die Corona-Krise erfasst den Betrieb von Oper, Theatern und Museen in Nordrhein-Westfalen. In Düsseldorf stoppten Oper, Schauspielhaus und Tonhalle den Spielbetrieb bis zum 2. April. Insgesamt fallen mehr als hundert Veranstaltungen aus. In Köln sagten Schauspielhaus, die Oper und die Philharmonie bis einschließlich Karfreitag alle Veranstaltungen ab. Bereits erworbene Karten würden erstattet. Die städtischen Museen, Bibliotheken und das Historische Archiv sollen dagegen geöffnet bleiben.

Am Schauspielhaus Bochum finden zunächst bis Sonntag, 15. März, keine öffentlichen Veranstaltungen mehr statt. Wie es nach dem Wochenende weitergehe, werde voraussichtlich an diesem Freitag entschieden, teilte das Theater mit. Das Theater Aachen sagte alle Vorstellungen im Großen Haus und in der Kammer bis einschließlich 10. April ab.

In Paderborn erklärte das Heinz Nixdorf Museumsforum, es bleibe bis zum 30. März geschlossen. Es sei ein besonders interaktives Museum, in dem es viel zum Berühren und Ausprobieren gebe. In Ahlen im Münsterland schloss das Kunstmuseum "bis auf weiteres" aus präventiven Gründen. In Düsseldorf wurde die für den 4. April geplante Nacht der Museen verschoben. Der neue Termin steht noch nicht fest.

Donnerstag, 12. März, 16.31 Uhr: Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg hat eine "Allgemeinverfügung über das Verbot von Veranstaltungen und Versammlungen zur Eindämmung des Coronavirus" erlassen. Sie gilt ab Freitag, 13. März, und bis zum 30. April. Aueßrdem hat die Behörde für Kultur und Medien mitgeteilt, dass Elbphilharmonie, Laeiszhalle, Hamburgische Staatsoper, Deutsches Schauspielhaus, Thalia Theater und Kampnagel im selben Zeitraum den Spielbetrieb einstellen. Die Plaza der Elbphilharmonie bleibt zu den gewohnten Öffnungszeiten zugänglich.

Donnerstag, 12. März, 16 Uhr: Der Aufsichtsrat der Salzburger Osterfestspiele zieht ebenfalls die Reißleine. Das Festival hätte am 4. April mit der Hauptproduktion, der Oper "Don Carlos" von Giuseppe Verdi, beginnen sollen. Bei den diesjährigen Osterfestspielen standen auch die Kammeroper "La piccola Cubana" von Hans Werner Henze und mehrere Konzerte auf dem Programm. Das von der österreichischen Regierung verfügte Verbot von Veranstaltungen in Gebäuden mit mehr als 100 Teilnehmern endet zwar am 3. April, eine Verlängerung gilt aber wegen der weiter steigenden Zahl an Corona-Infektionen als wahrscheinlich. Die Absage des in der Regel von einem besonders zahlungskräftigen Publikum besuchten Festivals trifft auch die Salzburger Hotellerie und Gastronomie, den Einzelhandel und den Kunsthandel.

Donnerstag, 12. März, 15.33 Uhr: Auch Pianist Igor Levit kündigt ein gestreamtes Konzert an. Am Donnerstagabend um 19 Uhr wolle er von zu Hause aus für sein Publikum spielen - per Livestream auf Twitter. "Die Konzertsäle sind leer, gemeinsames Hören und Erleben von Musik ist nicht möglich. Das ist traurig, jedoch notwendig. Und gut so", schrieb Levit auf dem Kurznachrichtendienst. Seine Musik wolle er aber weiter teilen. "Also probiere ich mal etwas aus: Mein Hauskonzert." Was er spielen wolle, verriet er noch nicht: "Mal gucken."

Donnerstag, 12. März, 15.20 Uhr: Die Semperoper und das Staatsschauspiel Dresden stellen wegen der Ausbreitung des Coronavirus zunächst bis 19. April den Spielbetrieb ein. Die Museen sollen vorerst grundsätzlich geöffnet bleiben, aber besondere Hygienemaßnahmen ergreifen. Größere Veranstaltungen in den Museen soll es nicht mehr geben.

Donnerstag, 12. März, 13.26 Uhr: Das Kölner Schauspielhaus, die Oper und die Philharmonie haben bis einschließlich Karfreitag alle Veranstaltungen abgesagt. Der Krisenstab der Stadt Köln habe das am Donnerstag entschieden, teilte die Stadt mit. Bereits erworbene Karten würden erstattet. Die städtischen Museen, Bibliotheken und das Historische Archiv sollen dagegen geöffnet bleiben.

Donnerstag, 12. März, 13 Uhr: Die Philharmonie Essen hat die beiden anstehenden Konzerte mit dem Royal Concertgebouw Orchestra am Freitag, 13. März, sowie mit Anne-Sophie Mutter und dem London Philharmonic Orchestra am Samstag, 14. März 2020 abgesagt. In der Meldung heißt es außerdem: "Für diese Konzerte bereits erworbene Karten können ausschließlich an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben bzw. gegen Tickets für andere Veranstaltungen umgetauscht werden, wo sie gekauft wurden."

Donnerstag, 12. März, 13 Uhr: Auf ihrer Homepage gibt die Band The Who bekannt, dass sie ihre UK- und Irland-Tour absagt. Sie soll im Laufe des Jahres nachgeholt werden.

Donnerstag, 12. März, 12.15 Uhr: In Abstimmung mit dem Frankfurter Gesundheitsamt wird das Lichtkunst-Festival "Luminale" abgesagt. Das Festival, das in Frankfurt und Offenbach etwa 100 Lichtkunstwerke ausstellen wollte, wäre am heutigen Donnerstagabend gestartet. Unter anderem sollten Sehenswürdigkeiten wie das Rathaus Römer, die Alte Oper und die evangelische Katharinenkirche an der Hauptwache von internationalen Lichtkünstlern illuminiert werden. Die mit der Schau verbundene Messe "Light + Building" war wegen der Corona-Epidemie schon frühzeitig auf September verschoben worden.

Donnerstag, 12. März, 12.15 Uhr: Die Bibliotheken des Verbunds der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) verlängern ihre Fristen, um Menschen, die ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufs einer Corona-Erkrankung haben, Wege zu ersparen. Ab Samstag, 14. März, müssen ausgeliehene Bücher, CDs oder DVDs, wie es heißt, "nicht zur dritten Verlängerung in einer Bibliothek vorgelegt werden. Alle ausgeliehenen Medien können von zu Hause aus bis zu 9-mal online verlängert werden". Ausnahmen sind allerdings Medien, die von anderen Menschen vorbestellt sind.

Donnerstag, 12. März, 11 Uhr: Die Electronic Entertainment Expo (E3), die vom 9. bis 11. Juni in Los Angeles stattfinden sollte, wurde abgesagt. Die Veranstalter bemühen sich jedoch, einzelne Veranstaltungen ins Netz zu verlagern.

Donnerstag, 12. März, 10.30 Uhr: Das Potsdamer Museum Barberini ist ab sofort für sechs Tage geschlossen. Das pro Tag empfohlene Limit von höchstens 500 bis 1000 Besuchern bei Kulturveranstaltungen ließe sich nicht gewährleisten, hieß es zur Begründung. Am 17. März werde über das weitere Vorgehen entschieden. Das Museum, in dem derzeit eine große Monet-Ausstellung zu sehen ist, hatte bereits in der vergangenen Woche die Anzahl der Besucher stark begrenzt.

Donnerstag, 12. März, 9 Uhr: Gianna Nannini kündigt für 16 Uhr ein Konzert in ihrem Wohnzimmer an, das sie live auf Instagram streamen will. "Das Schlimme an diesem Virus ist die Einsamkeit", schrieb die 65-Jährige auf ihrem Account. "Ich bin in Mailand und möchte einige Rocksongs online spielen, damit wir uns alle etwas näher fühlen und trotzdem sicher sein können."

Donnerstag, 12. März, 8 Uhr: Auch die Chefin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, bekommt die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus zu spüren. Die Premiere ihrer "Lohengrin"-Inszenierung in Barcelona kann nicht wie geplant am Donnerstag kommender Woche stattfinden. Das Gran Teatre del Liceu, an dem gespielt werden sollte, stellt seinen künstlerischen Betrieb bis zum 26. März ein. Die erste "Lohengrin"-Aufführung ist laut Homepage derzeit noch für den 28. März geplant.

Die Urenkelin von Richard Wagner wollte den "Lohengrin" ihres Urgroßvaters in Barcelona ursprünglich am 19. März mit Klaus Florian Vogt in der Titelrolle auf die Bühne bringen. Erin Wall sollte die Elsa von Brabant singen und Evelyn Herlitzius deren Gegenspielerin Ortrud.

Mittwoch, 11. März, 23.43 Uhr: Spanien schließt das weltberühmte Madrider Museo del Prado. Der Prado, das Museo Reina Sofía, das Thyssen-Bornemisza sowie zahlreiche andere Kunst- und Ausstellungshäuser und Staatsarchive der spanischen Hauptstadt werden ab Donnerstag und "bis auf Weiteres" nicht mehr besucht werden können, wie das Kulturministerium in Madrid am späten Mittwochabend mitteilte.

Mittwoch, 11. März, 18.45 Uhr: Der Berliner Techno-Club Berghain sagt bis 20. April alle eigenen Klubveranstaltungen ab. Die Absage gelte für alle drei Dancefloors: Berghain, Panorama Bar und Säule. Der zum Berghain-Gebäudekomplex gehörende schwule Sexclub Lab.Oratory bleibt ebenfalls bis 20. April geschlossen. Die Trauma Bar am Hauptbahnhof hatte bereits am Dienstag mehrere Partytermine abgesagt. Auch der Acud Club wird auf seine Partys im März verzichten, wie die Betreiber sagten.

Mittwoch, 11. März, 18.30 Uhr: Die Verleihung der diesjährigen Grimme-Preise, ursprünglich geplant für den 27. März, ist vorerst abgesagt. Ob und wie eine Verschiebung erfolgen könne, werde ebenso wie eine alternative Form der Würdigung der Preisträger zu einem späteren Zeitpunkt geprüft, hieß es weiter.

Mittwoch, 11. März, 16.43 Uhr: Die Berliner Kudammbühnen, die zur Zeit im Schiller Theater spielen, halten an der Premiere von "Mord im Orientexpress" mit Katharina und Anna Thalbach am 22. März fest. Die Kartenzahl soll auf 999 Plätze reduziert werden, um nicht vom Verbot von Großveranstaltungen betroffen zu sein.

Mittwoch, 11. März, 16.42 Uhr: Die Kunstmesse Tefaf in Maastricht ist um vier Tage verkürzt worden. Statt wie geplant am Sonntagabend werde die Messe schon am Mittwochabend schließen. Die Tefaf gilt als weltweit bedeutendste Messe für alte Kunst.

Mittwoch, 11. März, 16.31 Uhr: Die Stadt Bonn hat das Beethovenfest abgesagt. Es handele sich um zehn Veranstaltungen zwischen dem 13. und 22. März, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Die Konzerte müssten ersatzlos ausfallen, bereits erworbene Tickets würden erstattet. Bonn feiert in diesem Jahr den 250. Geburtstag des Komponisten, der dort 1770 geboren wurde.

Mittwoch, 11. März, 15.47: Der britische Singer-Songwriter James Blunt wird sein Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie am Mittwochabend vor leeren Rängen geben. Das Konzert werde aber als Livestream kostenlos im Internet übertragen.

Mittwoch, 11. März, 14.33: Die Staatsoper Unter den Linden weicht nach der Schließung aller großen Aufführungsstätten in Berlin teilweise auf das Internet aus. Die Vorstellung der Oper "Carmen" mit Generalmusikdirektor Daniel Barenboim werde an diesem Donnerstag vor leeren Rängen aufgeführt und über die Internet-Plattformen der Staatsoper und des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) kostenlos gestreamt.

Mittwoch, 11. März, 11.15: Zahlreiche Museen in Wien bleiben zumindest bis Ende März geschlossen. Zudem musste die für Freitag geplante Neueröffnung der Albertina Modern, eines Museums für moderne Kunst, abgesagt werden, wie die Albertina am Mittwochmorgen mitteilte. Unter anderem bleiben die bekannten Häuser Belvedere, Albertina, das Kunsthistorische Museum und auch das Museumsquartier geschlossen. Auch das privat geführte Wiener Leopold Museum bleibt vom 11. März bis Ende März 2020 geschlossen.

Dienstag, 10. März, 15.00 Uhr: Unmittelbar vor dem Start wurde das Literaturfestival Lit.Cologne abgesagt. Für die großen Berliner Theater und Opernhäuser wurden alle Veranstaltungen bis 19. April abgesagt, auch in Bayern sind alle staatlichen Theater, Konzertsäle und Opernhäuser bis zum Ende der Osterferien am 19. April geschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Im Münchner Nationaltheater werden am kommenden Montag bei einem Akademiekonzert die Dirigentin Joana Mallwitz, der Pianist Igor Levit und das Bayerische Staatsorchester vor 2100 leeren Plätzen spielen und Franz Schubert, Ferenc Liszt und Gustav Mahler aufführen.

In Köln gab das Gürzenich-Orchester am Dienstagabend in der Philharmonie ein Konzert ohne Publikum - aber per Livestream im Internet.

Der Notfallplan der österreichischen Regierung zwingt auch weltbekannte Spielstätten wie das Burgtheater und die Staatsoper in Wien dazu, Aufführungen bis Ende März abzusagen. Dem Beschluss fällt in Wien auch die "Fidelio"-Premiere unter der Regie von Hollywood-Star und Oscar-Preisträger Christoph Waltz zum Opfer.

Der amerikanische Sänger Richard Marx sagte seine Auftritte in Europa ebenso ab wie Star-Gitarrist Carlos Santana. Auch Konzerte von Roland Kaiser (14./15. März in Magdeburg) sowie Max Giesinger in den kommenden Tagen in Neu-Ulm, Fürth, Magdeburg, Bremen, Flensburg, Lübeck und Erfurt fallen zunächst aus.

Noch nie zuvor ist das Kulturleben in Friedenszeiten und demokratischen Ländern so umfassend eingeschränkt worden. Einen Überblick über die Institutionen und die Folgen von Corona für das Kulturleben finden Sie hier.

© SZ.de/dpa/khil/biaz
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