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Konzertsäle in der Pandemie:Vollmachen, bitte

Coronavirus - Konzerthaus Dortmund

Derzeit geschlossen: das Konzerthaus in Dortmund.

(Foto: Bernd Thissen/dpa)

Forscher in Dortmund haben herausgefunden, dass der Aufenthalt im ausgelasteten Konzertsaal auch in der Pandemie ungefährlich sein kann - unter bestimmten Umständen.

Von Reinhard J.Brembeck

Das Konzerthaus Dortmund mit seinen 1550 Plätzen ist wie alle anderen Säle seuchenbedingt fürs Publikum geschlossen. Aber Intendant Raphael von Hoensbroech möchte möglichst schnell wieder das Publikum im Haus haben. Deshalb hat er sich Forscher vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut Goslar ins Haus geholt, damit sie die Ansteckungsgefahr fürs Publikum untersuchen.

Die Ergebnisse sind spektakulär: Würde jeder Besucher in Dortmund eine Maske tragen, und wäre die Lüftung ideal eingestellt, gäbe es laut dieser Untersuchung "praktisch keine Beeinflussung durch Prüfaerosole auf allen Nachbarplätzen eines emittierenden Probanden". Eine Vollbelegung des Saals wäre also denkbar.

Würde das Publikum ohne Maske sitzen, sollte demnach immer der Vorderplatz frei gehalten werden. Für diesen Fall sei eine Infektion "aufgrund der Untersuchungen sehr unwahrscheinlich". Weil sich die Ergebnisse nicht auf andere Räumlichkeiten übertragen lassen, müssten andere Säle ähnliche Studien in Auftrag geben, um bei einer Wiedereröffnung das Publikum nicht nur in finanziell wenig rentablen Minigruppen empfangen zu können.

© SZ/hert
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