Musik auf Corona-Demos:"Eigene gute Lieder haben sie ja nicht"

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Der Legende nach schrieb Bob Marley "Get Up, Stand Up", nachdem er Konzerte in Haiti gespielt und dort erlebt hatte, wie die in Armut lebende Bevölkerung zur devoten Dankbarkeit erzogen wurde. (Foto: Langevin/AP)

Auf Demos gegen die Corona-Politik spielen sie Marley und Westernhagen. Bei der NPD läuft Helene Fischer. Können die Künstler da gar nichts tun?

Von Joachim Hentschel

Zum Beispiel vergangene Woche in Berlin, westliche City, irgendwo zwischen Bahnhof Zoo, Café Kranzler und Lego-Flagship-Store: große, aufwendig dekorierte Impfgegner-Demonstration. 1800 Menschen wird die Polizei später schätzen. "Friedlich zusammen" nennen sich die Veranstalter und distanzieren sich sehr demonstrativ und wortreich von Antisemiten und Holocaustleugnern. Im Strom aber auch: Menschen mit "Stoppt Segregation"-Plakaten, die allen Ernstes die 2-G-Regeln mit blutiger Rassentrennung gleichsetzen. Man sieht die Verschwörungspraktiker mit ihren "Big Pharma, Big Lies"-Sprüchen, die Diktatur-Verharmloser mit ihren hässlichen Wünschen ("Bleibt friedlich, wie wir immer waren/ SIE werden bald zur Hölle fahren"), dazu die Befürworter von Pferdeentwurmungsmitteln. Und so weiter.

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