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Architektur und Politik:Problematisches Symbol

Das umstrittene zweite Projekt auf der Krim soll direkt neben dem "Denkmal für die Verteidigung von Sewastopol" entstehen.

(Foto: Coop Himmelb(l)au)

Das Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au baut auf der von Russland annektierten Krim ein Opernhaus. Das ist politisch äußerst fragwürdig.

Kommentar von Cathrin Kahlweit, Wien

Mit der Initiative für große Kulturbauten, die Wladimir Putin in Auftrag gegeben hat, soll inmitten einer anhaltenden Wirtschaftskrise Repräsentatives und - im Wortsinn Erbauliches - in der Provinz errichtet werden; extra dafür wurde, heißt es in russischen Medien, die Stiftung Nationales Kulturerbe gegründet. Das "nationale Projekt Kultur 2019 bis 2024", für das 1,6 Milliarden Euro budgetiert sind, sieht unter anderem vier große Bildungszentren vor, die "nach geopolitischen Gründen" ausgewählt worden seien. Zumindest mit Blick auf die Krim ist die Befassung internationaler Firmen - wenn nicht ästhetisch oder ethisch - so doch politisch mehr als fragwürdig. In Kiew betrachtet man sie als Skandal. Schließlich haben EU und USA nach und wegen der Annexion der Krim 2014 eine Reihe von Sanktionen gegen Russland erlassen. Diese zielen auf die Bereiche Energie, Technik und Verteidigung, eingeschränkt sind Im- und Exporte auf die Krim; außerdem wurden Sanktionen gegen Personen verhängt, die für die Annexion und den Krieg im ukrainischen Donbass verantwortlich sind.

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