Der Bremer Schriftsteller und Theatermacher Peer Meter hat sich mit dem ungeheuerlichen Fall lange und gründlich beschäftigt. In seiner Nacherzählung interessiert ihn weniger Haarmann als Person; in dessen Gedanken- und Vorstellungswelt erhält der Leser erst ganz am Schluss einen kurzen Einblick. Ebenso wenig spielen die blutigen Details der Morde eine Rolle; Splatter-Fans kommen hier nicht auf ihre Kosten. Meter sind vielmehr die Umstände wichtig, die es Haarmann überhaupt erst ermöglichten, seine Taten zu begehen. Als Spitzel war er der Hannoveraner Polizei lieb und teuer. Er besaß sogar einen Ausweis, der ihn als "Kriminal" zu einer Respekts- und Vertrauensperson machte. Spuren, die auf ihn hinwiesen, wurden nicht verfolgt; Zeugen und die Eltern der Ermordeten systematisch abgewimmelt.

12. Januar 2011, 18:192011-01-12 18:19:14 © SZ vom 13.1.2011/kar