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Clara-und-Robert-Schumann-Museum:Idealbild der emanzipierten Frau

Clara Schumann Clara Josephine Wieck 13 September 1819 20 May 1896 German musician and compos
(Foto: imago)

Das erste Künstlerpaarmuseum: Zum 200. Geburtstag der Pianistin Clara Schumann widmet Leipzig ihr und ihrem Mann Robert Schumann ein Museum.

Pünktlich zu ihrem 200. Geburtstag schenkt die Stadt Leipzig der Pianistin Clara Schumann ein Museum. Aber nicht nur ihr, auch Robert Schumann ist es gewidmet, und so entstand wohl das erste Künstlerpaarmuseum. Untergebracht ist das Leipziger Schumann-Haus in jenem klassizistischen Gebäude, das Robert und Clara an deren Geburtstag, dem 13. September 1849, als frisch Vermählte bezogen. Es war ein mutiger Schritt, denn es galt, sich nicht nur von Claras Vater Friedrich Wieck zu emanzipieren, sondern auch von den vertrauten Rollenklischees als Ehepaar und als Künstler. Genau diese Brüche und Problemfelder will das neue Museum beleuchten und versucht dabei, die Pianistin und den Komponisten nicht nur mithilfe historischer Exponate, sondern auch mit allerlei Digitalschnickschnack gleichrangig zu präsentieren. Das ist insofern sinnvoll, als beide sowohl als Komponisten wie auch Pianisten begannen, und beide in strenger gegenseitiger und eigener Kontrolle eine ihrer beiden Fähigkeiten hintanstellten. Robert konnte als Pianist, nicht zuletzt wegen seines missglückten Versuches, den vierten Finger zu stärken, nicht mehr pianistisch reüssieren, während Clara schon in jungen Jahren als Pianistin internationale Erfolge feierte, und diese Karriere bruchlos fortsetzte. Das Komponieren hatte sie dagegen irgendwann aufgegeben. Es gibt keine bedeutenden Werke darunter, was sie selbstkritisch genau so sah. Trotzdem wäre sie gerne auch Komponistin gewesen, denn, so schrieb sie in ihr Tagebuch, der Ruhm der Komponisten überdauert, während die Musiker, die deren Werke spielen, in Vergessenheit geraten. In Zeiten der Tonkonserve ist das nicht mehr ganz so, aber leider war die Aufnahmetechnik zu Clara Schumanns Lebzeiten noch nicht erfunden. Sie hat dennoch im Gedächtnis der Nachfahren überlebt, nicht nur in dem von Musikfreunden, und hat, wenngleich unter wechselnden ideologischen Vorzeichen, immer große Hochachtung erfahren. Zu Lebzeiten, unmittelbar nach ihrem Tod und darüber hinaus bis heute. Und wer sie als Idealbild einer emanzipierten Frau sehen will, bei dem wird ihr Ruhm sicherlich noch weiter wachsen.