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Christoph Waltz im Gespräch:Unmittelbar vor der vollen Entfaltung

Spectre film premiere in Rome

Souveräner Schurke: Christoph Waltz bei der Premiere von "Spectre".

(Foto: dpa)

Was haben James Bond und das Kasperltheater gemeinsam? Und warum spielt es sich mit dem Alter immer besser? Ein Treffen mit James-Bond-Gegenspieler Christoph Waltz.

Im neuen James-Bond-Film "Spectre" spielt der zweifache Oscarpreisträger Christoph Waltz den Superschurken Franz Oberhauser, mit dem Bond eine gemeinsame Vergangenheit verbindet und der im Hintergrund die Strippen eines sinistren Datenfresser-Syndikats zieht.

Beim Gespräch vor der Deutschlandpremiere in Berlin erzählte der Österreicher, dass er die Ursprünge von James Bond im Kasperltheater verortet: "Es gibt den Helden, der im süddeutschen Raum aber eben nicht als James Bond, sondern als Kasperl bekannt ist. Um ihn herum scharen sich zum Beispiel die Großmutter als moralische Autorität, der Polizist als staatliche Autorität und der Seppl als bester Freund. Diese Typen finden Sie übertragen auch in jedem Bond-Film."

Casting à la Hollywood

Seit der 59-jährige mit "Inglourious Basterds" seinen internationalen Durchbruch hatte, dreht er vor allem in Hollywood - deutsche Drehbücher liegen keine mehr auf seinem Nachttisch: "Nicht, dass ich sie grundsätzlich ablehne und bewusst nicht lesen will - ich habe einfach keines angeboten bekommen. Jetzt kann ich aber, ehrlich gesagt, auch nicht behaupten, dass mich das maßlos betrübt."

Über die Rollenvergabe in den USA berichtet Waltz: "Engagements laufen in Hollywood selten über den einen Anruf, bei dem man Ja oder Nein sagt. Das sind längere Sondierungsprozesse. Und aus all den vielen Sondierungsprozessen kommt dann sehr oft doch nichts zustande. Es ist bei all der Sondiererei eh ein Wunder, dass dort überhaupt Filme gedreht werden."

Für den Theater- und Opernfan Waltz, der deutschsprachige Darstellerlegenden wie Otto Sander oder Therese Giehse für ihre Bühnenkünste bewundert, entfalten Schauspieler ihr volles Talent meist erst mit fortschreitendem Alter: "Die ältesten Schauspieler sind immer am nächsten dran zu kapieren, was das eigentlich sein soll, die Schauspielerei."

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© SZ.de/pak
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