An einem dieser fiesen Berliner Novembertage, die einem vor Gästen aus dem Ausland immer irrsinnig unangenehm sind, steht der schweizerisch-amerikanische Künstler Christian Marclay gut gelaunt inmitten der Glashalle der Neuen Nationalgalerie und gibt einem Fernsehteam ein Interview. Er ist ein jugendlich wirkender Siebzigjähriger, lang und schlaksig in Jeans und Turnschuhen, mit raspelkurzen grauen Haaren und schwarzer Architektenbrille.
KunstIst es wirklich schon so spät?
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Seit 15 Jahren tourt Christian Marclays „The Clock“ durch große Museen, jetzt zeigt die Neue Nationalgalerie in Berlin diese betörende 24-Stunden-Filmmontage. Kann der Künstler selbst seinen größten Hit noch sehen? Eine Begegnung.
Von Johanna Adorján
