DDR-Geschichte Meine Kindheit in Chemnitz

Freiluftidylle in Karl-Marx-Stadt im Jahr 1977. Links hinten der Namensgeber der Stadt.

(Foto: picture alliance / zb)

Schon damals haben ihn "besorgte Bürger" angepöbelt: Der Autor Jan Kuhlbrodt erzählt, warum er gerade sehr an seine Jugend in Karl-Marx-Stadt denken muss.

Gastbeitrag von Jan Kuhlbrodt

Einerseits denke ich: Das sind nicht die Chemnitzer, viele sind von außerhalb dabei, herangereist, aus dem gesamten Bundesgebiet, wie es so schön heißt. Mobile rechtsradikale Sturmtruppen, ähnlich den SA-Männern, mit denen sich mein Urgroßvater Karl Müller Anfang der Dreißigerjahre, wie er mir erzählte, geprügelt habe. Er selber war Mitglied des "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold", eines Vereins ehemaliger Frontkämpfer, die sich für die noch junge Demokratie in der Weimarer Republik einsetzten. In Chemnitz regierten, damals wie heute, Sozialdemokraten.

Eine Arbeiterstadt halt, geprägt ...

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