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Charlie Watts:Weitermachen

Das Kofferpacken ist ein Elend für Charlie Watts. Fast so schlimm wie Interviews.

(Foto: Victoria Will/AP)

Der Rolling-Stones-Drummer über das neue Album, den Blues, Havanna, Ostdeutschland - und die Frage, wer hier eigentlich der Chef ist.

Er spielt seit 53 Jahren in der größten Rock-'n'-Roll-Band aller Zeiten: Gemeinsam mit Keith Richards bildet Charlie Watts den Nukleus der Rolling Stones. Er gibt den Takt vor, ohne sein jazzgeschultes Spiel würden die Stones nicht so klingen, wie sie klingen. Trotzdem vermittelt Charlie Watts bis zum heutigen Tage immer auch den Eindruck eines außenstehenden Beobachters. Eine Rolle, die er über die Jahre mit fein ziseliertem britischem Humor kultiviert hat. Vergangenen Juni ist der sehr englische, sehr elegante Stoiker Charlie Watts nun 75 geworden. Er hört nicht mehr besonders gut und beim Interview in Boston merkt man ihm sein Alter deutlicher an als den etwas jüngeren Kollegen. Aber sobald Watts am Schlagzeug sitzt, ist er immer noch eine Klasse für sich. Nun hat er mit den anderen Stones im Zuge einer rauschhaften Spontan-Session ein Album aufgenommen, das die Band zurück zu ihren Wurzeln führt. Damals, zu Beginn der Sechziger, arbeitete Watts in einer Werbeagentur. Die wichtigsten Inspirationsquellen der Stones waren zu dieser Zeit Vertreter des Chicago Blues wie Howlin' Wolf, Jimmy Reed und Little Walter. Zwölf weniger bekannte Songs dieser Legenden haben sie für "Blue & Lonesome" aufgenommen, ihr erstes Studioalbum seit elf Jahren.

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