Literarisch vorweggenommen hatte Cees Nooteboom seinen Tod schon seit einiger Zeit: „Blind lauf ich weiter, ein fahler Hund / in der Kälte“, heißt es im letzten Gedicht eines schmalen Bandes, der den Titel „Abschied“ (2021) trägt und auch so gemeint ist. „Hier nehme ich Abschied von mir selbst / und werde dann langsam // niemand.“ Der niederländische Schriftsteller war, so scheint es, einverstanden mit diesem Ende. Er lehnte sich nicht dagegen auf. Vielmehr verbinden sich in diesen Versen zwei Motive, die ihn durch sein gesamtes Werk begleitet hatten: ein elementares „Unterwegs“, das den Autor, kaum dass er irgendwo angekommen wäre, schon wieder in Bewegung setzt, und ein Bewusstsein von Vergeblichkeit, das am Ende nicht nur dem Erreichen möglicher und unmöglicher Ziele gilt, sondern auch dem Reisenden selber.
NachrufEin ewiger Reisender
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Cees Nooteboom ist in all seinen Büchern viel unterwegs gewesen – mit Schwermut und Leichtigkeit erzählte der niederländische Schriftsteller davon, dass man weder in der Fremde noch in der Heimat jemals wirklich ankommen kann. Nun ist er mit 92 Jahren gestorben.
Von Thomas Steinfeld
