CD: Puppetmastaz mit "Creature Shock Radio" Ein Maulwurf in Samt und Seide

Hip-Hop von Holzköpfen: Wie sieben Musiker sich und zwei Dutzend Puppen clever inszenieren und dabei alle Klischees des Rap lässig knacken.

Von Stefan Osterhaus

Sind Puppen die besseren Rapper? Die Frage dürfte sich gestellt haben, wer die Puppetmastaz, ein in Berlin ansässiges Kollektiv von zwei Dutzend Puppen und sieben Musikern einmal auf der Bühne beobachtet hat. Imposant sind die Live-Shows, die ein Puppenspektakel mit sehr menschlichen Zügen auf die Bühne hieven.

Clever ist die Inszenierung, in der alle Klischees des Rap lässig geknackt werden. Fingerdicke Goldketten schleppt Panic the Pig, die sehr muskulöse Rampensau der Puppetmastaz, mit sich herum, an seiner Seite steht Mr. Maloke, ein Maulwurf, der sich stets in Seide und Pelz hüllt - und damit die Insignien des Neureichen vorzeigt, der dem Getto gerade eben entflohen ist.

Zackig die Breaks, markig die Texte

Für Understatement sorgt allein Wizard, ein teuflisch intelligenter Lurch, der musikalisch das Sagen hat. Die Puppetmastaz hetzen nicht den Kollegen in den USA hinterher und kommen so, ganz anders als die deutschen Kollegen in und um Berlin, eben auch nicht zu erstaunlich peinlichen Ergebnissen - nein, die keineswegs sonderlich ausgetüftelte Produktion kniet sich tief in das Genre des Old-School-Rap: "Creature Shock Radio" (Louisville Records) ist ein großes, pathetisches Vergnügen:

Zackig sind die Breaks und markig die Texte, die auf nichts weiter als den Masterplan der Puppetmastaz einstimmen sollen: Ein Miteinander von Puppe, Mensch und Tier in einem passablen Universum.

Puppetmastaz, "Creature Shock Radio" (Louisville Records)

1. We Back 2. Midi Mighty Moe 3. Midi Mighty Moe 4. Break A Bottle 5. Station ID (Skit) 6. Jukebox 7. Martian Juice 8. Do The Swamp 9. Puppetmad 10. Telephone Audition (Skit) 11. J.R. Blenda 12. Spitwalk 13. Feel Bad? 14. Save The Chewchilla Monkeys (Skit) 15. Mastaplan (Feat. MC Soom T) 16. Mastaplan (Feat. MC Soom T)