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Literatur:Das Gegenteil von Freiheit

"Die Identitären sind nicht die neuen Antirassisten": Caroline Fourest.

(Foto: Joel Saget/AFP)

Caroline Fourests Buch "Generation Beleidigt" vom Herbst 2020 beschreibt, wie linke Identitätspolitik Menschen mit gutwilligen Absichten mundtot macht. Es wird immer aktueller.

Von Johanna Adorján

Die französische Journalistin Caroline Fourest, 45, ist ein häufiger Gast in französischen Talkshows. Sie wird eingeladen, wenn es um Meinungsfreiheit und Laizismus geht, sie hat für Charlie Hebdo gearbeitet. Außerdem wird sie inzwischen als Expertin für linke Identitätspolitik befragt, ein Phänomen, das, von amerikanischen Universitäten ausgehend, immer stärker auch in Europa eine Rolle spielt. Als Beispiel sei einmal mehr auf den Wirbel um die holländische Übersetzung für Amanda Gorman verwiesen, die junge schwarze Lyrikerin aus Los Angeles, die durch ihren Auftritt bei Bidens Amtseinführung zum Star wurde. Dafür war Marieke Lucas Rijnveld, Booker-Preis 2020, vorgesehen. Als sich Protest regte, weil der Auftrag nicht an jemanden mit schwarzer Hautfarbe ging, gab Rijnveld den Übersetzungsauftrag zurück. Am Donnerstag nun wurde bekannt, dass auch der katalanische Übersetzer von Gormans Buch, Victor Obiols, von seinem Verlag in Barcelona abgezogen wurde. Dem Guardian sagte Obiols, der mit seiner Übersetzung schon fertig war, man habe ihm mitgeteilt, er werde durch eine Übersetzerin ersetzt mit einem anderen Profil: "jung, aktivistisch und vorzugsweise schwarz".

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