Film:Goldene Palme in Cannes für Sean Baker

Lesezeit: 1 min

Sean Baker nimmt seine Auszeichnung entgegen. (Foto: Victor Boyko/Getty Images)

Der US-Regisseur bekommt die Auszeichnung für seinen Film "Anora". Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging an "All We Imagine as Light" von der indischen Regisseurin Payal Kapadia.

Mit seinem Film "Anora" hat der US-amerikanische Regisseur Sean Baker die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes gewonnen. Der Film setzte sich gegen 21 andere Wettbewerbsfilme durch. Entschieden hat eine Jury unter dem Vorsitz der Regisseurin Greta Gerwig.

Die Jury zeichne mit "Anora" einen "unglaublich menschlichen Film" aus, sagte Gerwig. Es sei ein Film, "der unsere Herzen erobert hat, der uns lachen ließ, der uns unendlich hoffen ließ, der uns das Herz brach und dabei nie die Wahrheit aus den Augen verlor".

"Anora" erzählt von einer Striptease-Tänzerin namens Ani, die einen Oligarchen-Sohn kennenlernt. In jugendlicher Sorglosigkeit heiratet der Junge Ani nach nur wenigen Tagen - zu großem Missfallen seiner Eltern, die alles in Bewegung setzen, um das wieder rückgängig zu machen.

SZ PlusFilmfestival
:Cannes im Blutrausch

Emma Stone empfängt zum Interview und Kevin Costner weint im Kino - vielleicht auch, weil sein Film so schlecht ist. Aber alles verblasst neben dem Thriller "The Substance", mit dem Demi Moore das Festival schockt.

Von David Steinitz

Der temporeiche Film ist eine Mischung aus Komödie und Drama und überzeugt durch tolle Schauspielerinnen und Schauspieler, unerwartete Wendungen und viel Witz.

"Das ist buchstäblich mein einziges Ziel als Filmemacher in den letzten 30 Jahren gewesen", sagte Baker. "Ich bin mir also nicht sicher, was ich mit dem Rest meines Lebens anfangen werde", scherzte der 53-Jährige auf der Bühne.

Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging an "All We Imagine as Light" von der indischen Regisseurin Payal Kapadia. Der Franzose Jacques Audiard erhielt den Preis der Jury für sein Musical "Emilia Pérez". Einen Spezialpreis der Jury erhielt der kürzlich aus Iran geflüchtete Regisseur Mohammed Rassulof für "The Seed of the Sacred Fig".

Den Preis als beste Darstellerin teilen sich dieses Jahr vier Frauen: Er ging an die Schauspielerinnen Karla Sofía Gascón, Zoe Saldana, Selena Gomez und Adriana Paz für ihre Rollen in "Emilia Pérez". Als bester Schauspieler wurde Jesse Plemons für seine Rolle in "Kinds of Kindness" von Giorgos Lanthimos ausgezeichnet. Miguel Gomes gewann für "Grand Tour" den Preis für die beste Regie. Für das beste Drehbuch wurde Coralie Fargeat mit "The Substance" ausgezeichnet.

© SZ/dpa/jael - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

SZ PlusVerurteilter iranischer Regisseur Rasoulof in Cannes
:Zeugnis aus der Finsternis

Der Regisseur Mohammad Rasoulof ist verurteilter Regimegegner in Iran. Nach seiner Flucht präsentiert er in Cannes seinen erschütternden, heimlich gedrehten Film "The Seed of the Sacred Fig".

Von David Steinitz

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: