bedeckt München

Cancel Culture:Wir müssen reden

Nachdem er die Schulpolitik in der Pandemie verbockt hat, kümmert sich Bildungsminister Gavin Williamson jetzt um die Cancel Culture.

(Foto: Matt Dunham/AP)

Großbritannien will Cancel Culture per Gesetz verbieten - um die Redefreiheit zu bewahren. Aber ist Restriktion wirklich das richtige Mittel?

Von Alexander Menden

Am 26. November 2007 hatte die Oxford Union, der Debattierclub der englischen Universität, ihren bis dahin umstrittensten Redner zu Gast: David Irving, Hitler-Fan und Antisemit, sollte sich den Fragen der Union-Mitglieder stellen. Es hatte vorher harsche Kritik an der Entscheidung gegeben, einem Rechtsextremisten ein Forum zu bieten, von hochrangigen Politikern, Oxforder Studenten, Anti-Rassismus-Vereinigungen sowie den jüdischen und muslimischen Gesellschaften der Universität. Siebenmal hatte Irving in der Vergangenheit auf dem Programm gestanden. Siebenmal war er wieder ausgeladen worden. Diesmal sprach er, obwohl 30 Demonstranten zuvor kurzzeitig eine Sitzblockade im debating chamber gelungen war. Er gab den Märtyrer ("Ich weigere mich, dem Druck nachzugeben und zu schreiben, was denen in den Kram passt. Ich schreibe auf, was ich in den Archiven finde") und verschwand nach einer Dreiviertelstunde.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Germany Commemorates Its Coronavirus Dead
Corona-Krise
Geben wir acht aufeinander
SZ-Serie "Beziehungsweise", Folge 1
Gibt es Liebe ohne Sex?
actout
Initiative #actout
"Wir sind schon da"
Coins sorted by value Copyright: xAlexandraxCoelhox
Geldanlage
Warum ETF-Anleger jetzt aktiv werden müssen
Laura Malina Seiler
Alles so wundervoll
Zur SZ-Startseite