75 Jahre Bundesrepublik:Kritik und Vernunft

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Ingeborg Bachmann guckt skeptisch, Günter Grass scheint zuzuhören, Heinrich Böll raucht, Theodor W. Adorno steht Kopf, Hermann Hesse liest: Die Geschichte der Bundesrepublik ist auch eine wechselhaften intellektuellen Lebens. (Foto: Lina Moreno/SZ, Imago Images, SZ Photo)

Bis der neue Staat die Denker und Gedanken der Nazizeit losgeworden war, dauerte es - dann dominierten lange die intellektuellen Wappentiere der Bonner Republik. Und heute?

Von Hilmar Klute

Kürzlich berichtete die Frankfurter Rundschau von einer kleinen Sensation, die aber kaum Wellen schlug, vielleicht, weil die Protagonisten schon zu lange im bundeskulturgeschichtlichen Pantheon als Säulenheilige angestellt sind. Es ging um Heinrich Böll und Günter Grass. Das Nobelpreiskomitee in Stockholm jedenfalls hatte ein paar Akten zur Vergabe des Literaturnobelpreises im Jahr 1972 freigegeben. Die Auszeichnung bekam damals bekanntlich Böll, aber das war offenbar das Resultat eines beispiellosen Gewürges. Es gab ein Hin und Her, ob man nicht auch Grass den Preis verleihen müsste, gegebenenfalls mit Böll zusammen. Aber Grass hatte sich nach Ansicht der Sachverständigen mit dem Zahnarzt-Roman "örtlich betäubt" gerade in eine ästhetische Talsohle begeben.

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