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Bücher des Monats:Erlebnispark Europa

Ilja Leonard Pfeijffers "Grand Hotel Europa" lädt zum Verreisen im Kopf ein. Und der Politikberater Gerald Knaus schafft Abhilfe bei einem Thema, das verlässlich jedes gemütliche Abendessen sprengt. Das sind die Bücher des Monats.

Aus der SZ-Literaturredaktion

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Ob das Zeitalter des Massentourismus mit der Pandemie an sein Ende gekommen ist? Zum Glück ist vorher noch dieser Roman entstanden: Der niederländische Autor Ilja Leonard Pfeijffer erzählt von Europa als Sehnsuchtsort und Erlebnispark. Dabei mischt er die Erzählhaltungen und Sprachebenen, dass es ein reines Vergnügen ist.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von Kristina Maidt-Zinke.

Ilja Leonard Pfeijffer: Grand Hotel Europa. Roman. Aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm. Piper Verlag, München 2020. 556 Seiten, 25 Euro.

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In den Lebenserinnerungen des Literaturwissenschaftlers Helmut Lethen ("Verhaltenslehren der Kälte") spiegelt sich eine Generation: Politisiert in den Vietnamkriegsjahren, KPD-Mitglied, nach fünf Jahren ausgeschlossen, zum Stürmen der Universitäten, hier des Berliner Peter-Szondi-Institutes bereit, später selbst mit aller akademischer Anerkennung versehen und ratlos der jüngeren Lebensgefährtin gegenüber, die zur Rechten überläuft: "Die historische Konstellation hat mehr aus uns herausgeholt, als drin war!"

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von Willi Winkler.

Helmut Lethen: Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug. Erinnerungen. Verlag Rowohlt Berlin, Berlin 2020. 384 Seiten, 24 Euro.

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Ein Thema, das zuverlässig jede Unterhaltung am Abendessenstisch sprengt: Migrationspolitik. Für einen Blick darauf, der pragmatisch ist, ohne bürokratisch zu sein, kann man das Buch des österreichischen Politikberaters Gerald Knaus lesen, der den EU-Türkei-Deal ersann - und hier auch deutlich macht, warum der schieflief.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von Thomas Kirchner.

Gerald Knaus: Welche Grenzen brauchen wir? Zwischen Empathie und Angst - Flucht, Migration und die Zukunft von Asyl. Piper-Verlag, München 2020. 336 Seiten, 18 Euro.

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"Am 15. September 1840, gegen sechs Uhr früh, kurz vorm Ablegen, paffte die Ville-de-Montereau dicke Wolken am Quai Saint-Bernard." So geht der erste Satz von Gustave Flauberts "Éducation sentimentale" in der Übersetzung von Elisabeth Edl. Acht Jahre lang hat sie daran gearbeitet, den unnachahmlich präzisen Stil Flauberts ins Deutsche zu bringen. Und dabei sogar den Titel neu erfunden: "Lehrjahre der Männlichkeit" heißt der Roman jetzt zum ersten Mal.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von Jürgen Ritte.

Gustave Flaubert: Lehrjahre der Männlichkeit. Geschichte einer Jugend. Herausgegeben und übersetzt von Elisabeth Edl. München, Hanser Verlag, 2020. 800 Seiten, 42 Euro.

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Diese vier haben sich nie getroffen, aber durch ihr Denken steht uns heute noch das Jahrzehnt der Diktatoren vor Augen. Wolfram Eilenberger erzählt an den Bildungs- und Beziehungsgeschichten von Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, Ayn Rand und Simone Weil die Dreißiger- und Vierzigerjahre des 20. Jahrhunderts nach. Er versucht den Denkerinnen nahe zu kommen - das ist die Stärke und Schwäche dieses Buches.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von Jens Bisky.

Wolfram Eilenberger: Feuer der Freiheit. Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten (1933 - 1943). Klett-Cotta, Stuttgart 2020. 400 Seiten, 25 Euro.

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Die Traumata der Kurden in der Türkei wurden in diesem Jahr mit den Büchern von Ronya Othmann und Karosh Taha zum wiederkehrenden Thema der deutschen Literatur. Die Künstlerin und Autorin Cemile Sahin errichtet in ihrem zweiten Buch "Alle Hunde sterben" eine Art Erinnerungsmonument für die von einem nicht genannten Staat vertriebenen, gefolterten und schikanierten Bewohner eines Hochhauses. In der schockhaften Abstraktion ihrer Texte scheint durchaus auch diese konkrete Erinnerungslandschaft auf.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von Insa Wilke.

Cemile Sahin, Alle Hunde sterben. Aufbau, Berlin 2020. 239 Seiten, 20 Euro.

© SZ.de/tmh

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