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Bücher des Monats:Mit beiläufiger Genauigkeit

Eine Ich-Erzählung über Herkunft und Klassenscham von Deniz Ohde, Ben Lerner über die Symptome der amerikanischen Gegenwart und Weltliteratur von Mieko Kawakami: die besten Bücher des Monats.

Aus der SZ-Literaturredaktion

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Der New Yorker Literaturprofessor und Schriftsteller Ben Lerner ist in Topeka, Kansas aufgewachsen, wo eine ultrarechte Regierung einst auf Bundesstaatsebene all das geprobt hat, was heute im Weißen Haus stattfindet. In "Die Topeka Schule" erzählt er von der Schulzeit seines literarischen Alter Ego Adam Gordon und dem kulturellen Gebräu aus Männlichkeitsritualen, erlernter Dominanz und einer kollabierenden alten Ordnung, die privilegierte, weiße Jungs aus bürgerlichen Verhältnissen zu zornigen Protestwählern gemacht hat.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von Felix Stephan.

Ben Lerner: Die Topeka-Schule. Roman. Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl. Suhrkamp, Berlin 2020. 395 Seiten, 24 Euro.

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Wenn es stimmt, dass man Weltliteratur daran erkennt, dass sie kulturell hochcodierte Zwangslagen universell nachfühlbar macht, dann ist Mieko Kawakamis Roman genau das: Weltliteratur. Es geht um drei verschiedene Frauen in drei sehr verschiedenen Lebensphasen und Kawakami erzählt von ihnen mit beiläufiger Genauigkeit.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von Juliane Liebert.

Mieko Kawakami: Brüste und Eier. Roman. Aus dem Japanischen von Katja Busson. Dumont, Köln 2020. 496 Seiten, 19,99 Euro.

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Im Jahr 1765 begegnen sich zwei Astronomen auf Elephanta, einer kleinen bewaldeten Insel vor Mumbai. Der eine ist Carsten Niebuhr aus dem Bremischen, der andere Abu XXX aus Jaipur. Weil weit und breit kein Schiff zu sehen ist, dass die Gestrandeten mitnehmen könnte, sitzen sie tagelang in einem verfallenen antiken hinduistischen Tempel und erzählen sich Geschichten von zuhause. Das ist witzig und aberwitzig zugleich, ein Juwel.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von

Christine Wunnicke: Die Dame mit der bemalten Hand. Berenberg Verlag, Berlin 2020.168 Seiten. 22 Euro

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Unter den Veröffentlichungen zum Hegel-Jahr 2020 sticht das des FAZ-Herausgebers Jürgen Kaube heraus, auch weil das Buch die Hegelsche Bildungsmaxime eindrucksvoll erfüllt: die Fähigkeit, fremde Äußerungen in eigenen Worten zusammenzufassen und sich durch diese gedankliche und sprachliche Arbeit anzueignen. Ein großes Bildungserlebnis.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von

Jürgen Kaube: Hegels Welt. Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2020. 92 Seiten, 28,00 Euro

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In der jüngeren europäischen Literatur diskutiert Fragen der Zugehörigkeit entlang der Trennlinien race, class und gender. Eine der eindrücklichsten Erzählungen in dieser Linie ist der Roman "Streulicht" von der 1988 in Frankfurt am Main geborenen Autorin Deniz Ohde: Mit fast soziologischer Kühle berichtet die namenlose Ich-Erzählungen von der Heimatlosigkeit der Bildungsaufsteiger.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von Hubert Winkels.

Deniz Ohde: Streulicht. Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin 2020. 291 Seiten, 22 Euro

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Wenn sich der Filmemacher Alexander Kluge und der Literaturwissenschaftler Joseph Vogl unterhalten, treffen zwangsläufig auch zwei Denkräume aufeinander: die Frankfurter Schule bei Kluge, Foucault und Deleuze bei Vogl. Diese Denkräume fallen sich in diesem Buch unentwegt gegenseitig ins Wort und wir wissen nicht, wie es Ihnen geht, aber das ist genau das, was wir unter Spaß verstehen.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension von Thomas Steinfeld

Alexander Kluge/Joseph Vogl: Senkblei der Geschichten. Gespräche. Diaphanes Verlag, Zürich 2020. 208 Seiten, 18 Euro.

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